Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2020

Pressemitteilung

Klimafreundliche Finanzierung nur erfolgreich durch maßvolle Regulierung / Brossardt: „Ökologische und Ökonomische Ziele praxistauglich miteinander verbinden“

13.01.2020 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bekennt sich auf ihrem Kongress „Sustainable Finance – Chancen und Herausforderungen“ klar zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. „Wir müssen dabei aber auch ökonomischerfolgreich sein. Nur wenn wir der Welt zeigen, dass Klimaschutz Wohlstand und Beschäftigung schafft und wir Klimapolitik als Konjunktur- und Wachstumsprogramm gestalten können, werden uns andere Länder folgen. Denn weltweiten Klimaschutz erreichen wir nur durch die gleichrangige Berücksichtigung von Klimawirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und sozialerAusgewogenheit“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Der klimapolitisch motivierte Transformationsprozess löst erheblichen Investitionsbedarf aus. Einen Teil will die EU-Kommission über stärker an ökologischen Kriterien ausgerichtete Finanzmärkte beitragen, wie sie mit dem GreenDeal noch einmal bekräftigt hat.+

Die vbw unterstützt den Ansatz, das nachhaltigeFinanzierungsgeschehen anhand harmonisierter und klar definierter Standards mit mehr Markttransparenz zu versehen, warnt aber vor negativenFolgen der Regulierung. „Wir müssen neue Belastungen der Unternehmen vermeiden und Wertschöpfungsketten erhalten. Ohne eine leistungsstarke und wettbewerbsfähige Wirtschaft ist wirksamer Klimaschutz nicht denkbar“, so Brossardt. In der Realwirtschaft drohen neue Finanzierungshindernisse für Vorhaben, die nicht in das Bewertungsschema der Regulierung passen. „Dem Grunde nach ist die Sustainable Finance-Regulierung auf Freiwilligkeit ausgerichtet, faktisch treffen ihre Wirkungen aber alle Unternehmen, oft mit zwingendem Charakter. Das löst erhebliche Unsicherheiten in der Finanz- und Realwirtschaft aus“, erklärt Brossardt.

Positive Ansätze in der EU-Regelung sieht die vbw darin, dass nicht nur umfassend „grüne“ Wirtschaftstätigkeiten berücksichtigt werden, sondern auch solche für den Übergang zu einer nachhaltigen Produktion. „Ein näherer Blick zeigt aber, dass die Unternehmen der Realwirtschaft zu Recht überbordendeBürokratielasten und übergriffigeBeschränkungen ihrer Entscheidungs- und Finanzierungsmöglichkeiten befürchten. Ökologische und ökonomische Ziele müssen praxistauglich miteinander verbunden bleiben. Weitere Regulierungsschritte müssen daher sehr viel sorgfältiger und umsichtiger angegangen werden als die bisherige Regulierung. Ansonsten schaden wir klimafreundlichenFinanzierungen mehr, als dass wir ihnen helfen“, bilanziert Brossardt.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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