Letzte Aktualisierung: 26. November 2019

Pressemitteilung

Kaeser: „Die Zukunft der Arbeit erfordert einen zukunftsfähigen Rechtrahmen“ / 3. Sonnefelder Wirtschaftsgespräch mit Prof. Dr. Martina Heßler

26.11.2019 - Sonnefeld

Beim 3. Sonnefelder Wirtschaftsgespräch wies Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Oberfranken, auf Herausforderungen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt hin. „Unsere Unternehmen müssen im digitalen Zeitalter in der Lage sein, schnell auf individuelle Kundenwünsche aus aller Welt zu reagieren, andernfalls macht die internationale Konkurrenz das Rennen. Wir müssen unsere Rahmenbedingungen an die neuen Erfordernisse anpassen. Es kommt darauf an, dass wir uns an die Spitze setzen und diese Entwicklung konstruktiv mitgestalten“, so Kaeser.

Im Bezug auf einen zukunftsfähigen Rechtsrahmen für die Arbeitswelt von morgen wurde Kaeser konkret: „Die tägliche Höchstarbeitszeit sollte zugunsten einer durchschnittlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeit von maximal 48 Stunden aufgegeben werden. Wir brauchen auch eine Flexibilisierung der elfstündigen täglichen Ruhezeit in Einklang mit dem EU-Recht“, sagte Kaeser. Zudem fordert die vbw, die EuGH-Rechtsprechung zur Arbeitszeiterfassung nur in einem absolut notwendigen Rahmen umzusetzen.

Prof. Dr. Martina Heßler, Inhaberin des Lehrstuhls Technikgeschichte an der TU Darmstadt, blickte in ihrem Vortrag „Historische Perspektiven auf die Arbeitsgesellschaft in Zeiten des digitalen Wandels“ auf den Wert der Arbeit und der Position des Menschen in der digitalen Arbeitswelt. „Die Frage, welchen Wert Erwerbsarbeit in einer digitalisierten Welt noch haben kann und soll, ist nicht neu. Sie wurde im Kontext grundlegender technologischer Neuerungen stets gestellt. Wir müssen heute aber mehr denn je eine Diskussion führen, welche Aufgaben Maschinen und welche Menschen übernehmen sollen“, so Heßler.

Verunsicherung über die digitale Arbeitswelt ist aus Sicht der vbw nicht angebracht, da Fachkräfte weiter in großem Umfang benötigt werden. „Für Bayern wird eine Arbeitskräftelücke in Höhe von 350.000 Personen im Jahr 2025 erwartet. Dagegen gilt es vielfältige Maßnahmen zu ergreifen, vor allem brauchen wir eine breite Bildungsoffensive“, so Kaeser. Zur Fachkräftesicherung hat die vbw zusammen mit der Bayerischen Staatsregierung die „InitiativeFachkräftesicherung+“ ins Leben gerufen. Mit einem Bündel an Maßnahmen sollen bis 2023 in Bayern 250.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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