Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2017

Pressemitteilung

Jahresbilanz am Arbeitsmarkt: Bayern auch 2016 das Maß aller Dinge / Brossardt: „Unternehmen sind mit Beschäftigungsaufbau in Vorleistung gegangen“

19.01.2017 - München

„Der bayerische Arbeitsmarkt war 2016 einmal mehr das Maß aller Dinge in Deutschland. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent belegt der Freistaat erneut Platz 1 unter allen deutschen Ländern“, erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., anlässlich des heute von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Jahresdurchschnittswerts bei der Arbeitslosenquote.

Die vbw erwartet für den Arbeitsmarkt 2017 allerdings ein schwierigeres Umfeld, insbesondere aufgrund der Unsicherheiten durch die geopolitischen Krisen. Hinzu kommen die Verunsicherung der Wirtschaft bezüglich der Handelspolitik der neuen US-Administration und der bevorstehende Brexit. „Großbritannien ist mit einem Anteil von 8,6 Prozent der zweitwichtigste Exportmarkt Bayerns nach den USA. Es deutet sich an, dass das Vereinigte Königreich den europäischen Binnenmarkt verlassen möchte. Das bedauern wir außerordentlich. Dies wird sich besonders auf die exportorientierte bayerische Industrie auswirken“, so Brossardt.

Die vbw betont, dass die Unternehmen mit dem Beschäftigungsaufbau in Vorleistung gegangen sind. „Das Produktionswachstum hält mit dem Anstieg der Arbeitskosten nicht Schritt. In der Metall- und Elektroindustrie beispielsweise liegen die Lohnstückkosten um fast 16 Prozent höher als im Jahr 2011. Das ist eine gefährliche Entwicklung“, so Brossardt.

Die vbw ruft daher die Bundesregierung auf, umso entschlossener dieses Jahr die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen und den Standort Deutschland zukunftssicher zu machen. „Das heißt: keine Erhöhung der Lohnzusatzkosten, ausschließlich produktivitätsorientierte Lohnsteigerungen und mehr Flexibilität für die Unternehmen. Insbesondere das deutsche Arbeitszeitrecht passt nicht mehr zur heutigen Arbeitsrealität. Die Unternehmen brauchen keine Einheitslösungen, sondern individuelle, passgenaue Modelle und einen gesetzlichen Rahmen, der Bewegungsfreiheit ermöglicht. Keinesfalls darf es weitere falsche arbeitsmarktpolitische Weichenstellungen geben wie zum Beispiel einen Anspruch auf befristete Teilzeit für alle. Auch das geplante Entgeltgleichheitsgesetz ist überflüssig. Die Politik muss alles unterlassen, was Arbeit verteuert und den Unternehmen Flexibilität raubt“, sagte Brossardt.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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