Letzte Aktualisierung: 22. November 2019

Pressemitteilung

Für fast 80 Prozent der Beschäftigten in Bayern gilt direkt oder indirekt der Tarif / Brossardt: „Tarifverträge wettbewerbsfähiger gestalten“

22.11.2019 - München

Für fast 80 Prozent der Beschäftigten in Bayern gelten direkt oder indirekt tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen. Das hat eine Auswertung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. von Daten des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie INIFES ergeben.

Im Einzelnen galt für 49 Prozent der Beschäftigten ein Flächentarifvertrag. Fünf Prozent der Beschäftigten unterlagen einem Haustarifvertrag. Außerdem orientierten sich die Arbeitsbedingungen von weiteren 25 Prozent der Beschäftigten an den Regelungen des Flächentarifvertrags. „Die Zahlen zeigen, dass der von den Gewerkschaften häufig erhobene Vorwurf der Tarifflucht nicht zutrifft. Der Anteil von fast 80 Prozent an Beschäftigten, für die direkt oder indirekt ein Tarifvertrag gilt, ist seit Jahren weitgehend stabil“, erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Betrachtet man allein die Betriebe, gilt auch hier für eine deutliche Mehrheit, nämlich knapp 60 Prozent, direkt oder indirekt ein Tarifvertag. Brossardt: „26 Prozent der Betriebe unterlagen 2018 unmittelbar einem Flächen-TV, das waren sogar drei Prozentpunkte mehr als 2017. Weitere 32 Prozent hatten einen Haustarif oder orientierten sich am Tarif.“

Der vbw Hauptgeschäftsführer rief dazu auf, Tarifverträge wettbewerbsfähiger zu gestalten, um so die Tarifbindung dauerhaft zu stärken. „Denn im gleichen Umfang wie die unmittelbare Bindung an einen Flächentarifvertrag abnimmt, steigt der Anteil der Betriebe, die ihre Arbeitsbedingungen grundsätzlich am Tarifvertrag orientieren, in einzelnen Punkten aber abweichende Regelungen treffen. Daher ist es nötig, im Tarifbereich das Kostenniveau zu begrenzen sowie Öffnungsklauseln und variable Elemente zu implementieren, damit Flächentarifverträge den differenzierten Belangen einzelner Firmen gerecht werden. Tarifverträge sollten Mindeststandards abbilden und einen Rahmen schaffen, aber nicht jedes Detail regeln“, verlangt Brossardt.

Brossardt wies darauf hin, dass Tarifbindung trotz allem kein Selbstzweck ist: „Wenn Unternehmen außerhalb des Flächentarifvertrags größere Erfolgschancen sehen, dann muss diese Freiheit gegeben sein. Daher stehen wir entschlossen zur Tarifautonomie. Der hohe Grad an direkter und angelehnter Tarifanwendung zeigt, dass Flächentarifverträge wichtig sind und als `Richtschnur´ für gute Arbeitsbedingungen gelten. Es ist mitnichten so, dass nicht tarifgebundene Unternehmen schlechtere Bedingungen anbieten als tarifgebundene – häufig gehen die außerhalb von Tarifregelungen gewährten Leistungen sogar über die tariflichen hinaus. Das Tariftreuegesetz lehnen wir entschieden ab.“


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