Letzte Aktualisierung: 05. März 2018

Pressemitteilung

Eurostat zeichnet falsches Bild der Lage in Deutschland / Brossardt: „Bei der Armutsgefährdung werden Äpfel mit Birnen verglichen“

05.03.2018 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. wendet sich entschieden gegen die Darstellung der EU-Statistikbehörde Eurostat, wonach das Armutsrisiko in Deutschland für Arbeitslose bei 70,8 Prozent liegt und damit deutlich höher ist als in anderen Ländern der EU.

„Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Der vermeintlich schlechte Wert für Deutschland liegt haupt-
sächlich an der Definition der Armutsgefährdung. Als ‚arm‘ gelten nach der Statistik Personen mit einem verfügbaren Einkommen unterhalb von 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens. Das Medianein-
kommen in Deutschland liegt aber selbst nach den Berechnungen von Eurostat mit 21.275 Euro höher als in den meisten anderen EU-Ländern. In Spanien beispielsweise liegt der Wert bei 13.600 Euro, in Italien bei 16.200, in den Ländern Mittel- und Osteuropas deutlich darunter. Das bedeutet: Wer nach der obigen Definition in Deutschland als arm gilt, verfügt damit immer noch über ein wesentlich höheres Einkommen als vergleichbare Personen in den meisten anderen EU-Ländern“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die vbw verweist darauf, dass ein arbeitsloser Single in Deutschland im Schnitt 416 Euro bezieht und zusätzliche Sachleistungenfür Wohnen und gegebenenfalls Mehrbedarf, zum Beispiel im Falle von Krankheit, erhält. „Dieses Paket liegt deutlich über den Leistungen, die im europäischen Schnitt angeboten werden. Insbesondere werden in anderen EU-Ländern weniger Sachleistungen gewährt“, betonte Brossardt.

Die Meldung von Eurostat zeichnet laut vbw insgesamt ein völlig falsches Bild der wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland. „Unser bewährtes System der Sozialen Marktwirtschaft ist ein Garant dafür, dass es der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland gut geht. Allein schon angesichts der geringen Zahl an Arbeitslosen ist die Armutsgefährdung in Deutschland geringer als in den meisten europäischen Ländern. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt lässt viele Menschen am Aufschwung teilhaben: 78 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter gehen einer Beschäftigung nach. Die Erwerbstätigkeit liegt mit 44,6 Millionen deutschlandweit auf einem Rekordniveau. Die Jugendarbeits-
losigkeit ist gerade in Bayern kaum messbar, selbst die Langzeitarbeitslosigkeit ist zuletzt stark zurück-
gegangen. Beschäftigung ist die beste Armutsprävention“, so Brossardt.


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