Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2017

Pressemitteilung

Erwartungen der niederbayerischen Wirtschaft an die künftige Bundesregierung / Hatz: „Wieder mehr Wirtschaft wagen“

21.12.2017 - Straubing

„Unseren Unternehmen stehen mit der globalen Konkurrenz, der digitalen Transformation und dem Fachkräftemangel gewaltige Herausforderungen gegenüber. Um sie zu meistern, brauchen sie die passenden Rahmenbedingungen. Die künftige Bundesregierung muss nach Jahren ausgedehnter Sozialpolitik die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und wieder mehr Wirtschaft wagen“, fasste Wolfram Hatz, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe und Vorsitzender der bayme vbm Region Niederbayern in einem Pressegespräch die Erwartungen der niederbayerischen Wirtschaft zusammen, zu dem die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zusammen mit den Verbänden der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bayme vbm eingeladen hatte.

vbw und bayme vbm setzen darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau modernster digitaler Infrastruktur vorantreibt. Dazu gehört maßgeblich der Breitbandausbau. Hatz dazu: „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute zwar knapp drei Viertel der Haushalte in Bayern über schnelles Internet. Allerdings hinkt der ländliche Raum hinterher: In manchen Kommunen in Niederbayern erreichen nur die Hälfte der Haushalte den 50-Mbit-Standard. Die Lücken müssen schleunigst geschlossen werden.“

Die Verkehrsinfrastruktur in der Region ist nach Ansicht der niederbayerischen Wirtschaft im Großen und Ganzen leistungsfähig – allerdings hakt es an einigen empfindlichen Stellen. „Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir die folgenden Projekte schnell umsetzen: Die B15 neu muss endlich fertiggestellt werden. Besonders dringlich sind zudem die Fertigstellung der A94 zwischen München und Passau über Simbach und Pocking sowie der vollständige sechsspurige Ausbau der A3 zwischen Passau und Regensburg“, so Walter Sennebogen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Niederbayern.

Zwingend erforderlich ist nach Ansicht von vbw und bayme vbm eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. „In der Arbeitswelt 4.0 brauchen wir auch Arbeitszeitregelungen 4.0. Die gesetzlichen Leitplanken müssen sich den veränderten Arbeits- und auch Lebensumständen von heute und morgen anpassen“, betonte Hatz und erklärte: „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, diese flexibler zu verteilen – konkret um eine wöchentliche statt tägliche Betrachtung der Höchstarbeitszeit.“

Eine teilweise Absenkung der Arbeitszeit – wie die IG Metall dies in der aktuellen Tarifrunde in der M+E-Industrie fordert – lehnen die Verbände dagegen klar ab. „Die Forderungen der IG Metall sind Gift für unsere Wirtschaft. Eine solche Arbeitszeitverkürzung passt überhaupt nicht in die heutige Arbeitswelt: Insgesamt summiert sich der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit dem zugleich geforderten Teillohnausgleich auf mehr als 33.000 Vollzeitarbeitsplätze in Bayern. Das wäre in Zeiten des Fachkräfte-
mangels
verheerend“, kommentierte Hatz und erläuterte: „In Niederbayern ist die Situation bereits jetzt hoch problematisch: Bei uns kommen auf jede offene Stelle 1,8 Arbeitslose – und das ungeachtet der passenden Qualifikation. In der M+E-Industrie ist die Lage noch viel dramatischer: Das Verhältnis liegt hier bei 0,8. Im Klartext: Die fehlenden Fachkräfte werden nicht ersetzbar sein.“

„Wohlstand entsteht und besteht nur durch Wirtschaftskraft. Damit unser Land auch in zehn Jahren erfolgreich ist, müssen jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Wir brauchen daher so schnell wie möglich eine dauerhaft stabile und handlungsstarke Regierung. Sie muss die Weichen rasch auf Wachstum und Zukunftsfähigkeit stellen“, fasste Hatz zusammen.


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Dr. Markus Meyer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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