Letzte Aktualisierung: 31. März 2017

Pressemitteilung

Entgelttransparenzgesetz beschlossen: Überflüssige neue Bürokratie / vbw würdigt aber Einsatz Bayerns: „Schlimmeres verhindert“

31.03.2017 - München

Das Entgelttransparenzgesetz hat den Bundestag passiert. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen
Wirtschaft e. V. hält die Neuregelungen für verzichtbar. „Aus Sicht der Wirtschaft ist ein Entgelt-
transparenzgesetz nicht notwendig. Es schafft zusätzliche Bürokratie. Es ist auch ungeeignet, größere Lohngerechtigkeit herzustellen. Die Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sowie die weithin gute betriebliche Praxis sind vollkommen ausreichend“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die vbw tritt auch der Darstellung entgegen, wonach das Gesetz notwendig geworden sei, weil sich die Lohnzahlungslücke zwischen Männern und Frauen im deutlich zweistelligen Bereich bewegt. „Maßgeblich ist die bereinigte Lohnzahlungslücke, die nach Berechnung der wissenschaftlichen Institute zwischen 2,3 und 3,8 Prozent liegt. Dabei werden Faktoren wie Bildungsstand und Erwerbsunterbrechungen, zum Beispiel wegen familiärer Verpflichtungen, berücksichtigt. Es ist Fakt, dass Frauen und Männer verschiedene Berufswünsche, Lebenssituationen und Erwerbsbiografien haben. Frauen reduzieren beispielsweise ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen häufiger und länger als Männer. Sie arbeiten auch häufiger in Teilzeit. Statt neue bürokratische Gesetze zu erlassen, muss man hier ansetzen: Die Berufs- und Branchenwahl von Frauen muss verbreitert werden. Die Rahmenbedingungen müssen noch familienfreundlicher werden. Das heißt, dass vor allem Betreuungsangebote für Pflegefälle oder Kinderbetreuung ausgebaut werden müssen“, so Brossardt weiter.

Die vbw erkennt aber an, dass der beschlossene Gesetzentwurf viele Verbesserungen gegenüber den ursprünglichen Plänen des Familienministeriums beinhaltet, nicht zuletzt dank des Einsatzes der Bayerischen Staatsregierung. Brossardt: „Betriebe mit bis zu 200 Mitarbeitern sind vom Auskunfts-
anspruch ausgenommen. Sowohl für tarifgebundene als auch für Unternehmen, die sich an den Tarifvertrag anlehnen, gibt es Erleichterungen bei der Auskunftserteilung. In Betrieben, in denen ein Betriebsrat besteht, erfolgt die Auskunftserteilung grundsätzlich kollektiv durch den Betriebsrat. Berichtspflichten bestehen nur für Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Bei Stellenausschreibungen
muss auch kein Mindestgehalt angegeben werden. Mit Hilfe des Engagements des Freistaats wurde Schlimmeres für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen verhindert.“


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