Letzte Aktualisierung: 19. September 2016

Pressemitteilung

Digitalisierung hat entscheidenden Einfluss / Brossardt: „Strukturwandel mit und in der Industrie bewältigen“

19.09.2016 - München

Wie sieht der „Industriestandort Deutschland und Bayern 2030“ aus? Dieser Frage geht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in ihrer gleichnamigen Studie nach, die von der Prognos AG in ihrem Auftrag erstellt, und im Rahmen des Kongresses „Industriestandort Bayern – Entwicklungsperspektiven 2030“ präsentiert wurde. Der Kongress ist Teil der deutschlandweit stattfindenden „Woche der Industrie“ des Bündnisses „Zukunft der Industrie“. Dazu haben sich 15 Wirtschaftsverbände, darunter die vbw, und Gewerkschaften sowie das Bundeswirtschafts-ministerium zusammengeschlossen. „Die Industrie ist stark, sie ist Zukunft. Die globale Nachfrage nach Industriegütern wird weiter steigen, vor allem aus Schwellenländern. Die industriellen Wertschöpfungsanteile werden bis 2030 stabil bleiben.
Die Erwerbstätigenzahl in Deutschland wird zurückgehen. Wir müssen den Strukturwandel mit und in der Industrie bewältigen, Ziel ist eine wissensbasierte Produktionsgesellschaft“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Der Studie nach werden Dienstleistungen als Vorleistung für die Industrie immer mehr an Bedeutung gewinnen. Eine leistungsfähige Verkehrs-, Breitband- und Bildungs-infrastruktur wird noch wichtiger. Im Bereich Energie werden insgesamt gute Verfügbarkeit, Volatilität beim Ölpreis und ein bis 2020 steigender und anschließend stabiler Strompreis prognostiziert.

Entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der Industrie wird laut Studie die Digitalisierung haben. Sie ermöglicht nicht nur effizientere Produktionsprozesse, sondern auch hybride Geschäftsmodelle aus Industriegut und digitaler Dienstleistung. Big-Data-Technologien helfen, Prozesse zu optimieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. „Die Potenziale der Digitalisierung müssen wir nutzen. Wenn Kunden künftig nicht mehr nur ein physisches Produkt, sondern eine Leistung, beispielsweise ‚Mobilität‘, nachfragen, hat das Auswirkungen auf ganze Branchen. So wird etwa ein Autohersteller zum Mobilitätsanbieter“, sagt Brossardt.

„Wichtig ist eine kontinuierliche Verbesserung der Standortfaktoren – hier ist besonders die Politik gefragt“, so der vbw Hauptgeschäftsführer. „In der Studie haben wir verschiedene Negativ-Szenarien untersucht und kombiniert: Höhere Arbeitskosten, schlechteres Investitionsumfeld, höhere Unternehmensbesteuerung, steigende beziehungsweise nicht sinkende Handels-hemmnisse. Jedes einzelne Szenario hätte eine schwächere Entwicklung des Bruttoinlands-produkts (BIP) zur Folge. Kombiniert man diese Fälle, läge das BIP im Jahr 2030 rund 125 Milliarden Euro niedriger als in der Basisprognose. Es gäbe über 300.000 Jobs weniger, knapp 120.000 davon in der Industrie. Wir brauchen also eine wirtschaftsfreundliche Politik. Das ist ein Zukunftsschlüssel für unseren Industriestandort.“


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