Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2016

Pressemitteilung

Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung sind Mega-Trends für die Arbeitswelt der Zukunft / vbw fordert Anpassung des Arbeitsrechts an das digitale Zeitalter

28.10.2016 - München

Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung bestimmen und verändern zunehmend die Arbeitswelt. Darauf machen die bayerischen Arbeitgeberverbände anlässlich der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ (30.10.-05.11.) aufmerksam. „Wertschöpfungs- und Wissensketten innerhalb von Unternehmen sind weltweit standortübergreifend, aber auch unternehmensübergreifend aufgestellt. Durch neue Kommunikationsmittel, die Digitalisierung von Produktion und Dienstleistungen sowie die Vernetzung von Produktionsschritten entstehen neue Arbeitsformen und Tätigkeitsfelder. Die Digitalisierung ist integraler Bestandteil unserer Gesellschaft und unseres Wirtschaftslebens. Sie verändert unseren Lebensstil und führt zu einer stärkeren Individualisierung. Sie ermöglicht dabei eine noch stärkere Flexibilisierung hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmen. Sie führt auch zu einer stärkeren Orientierung an Arbeitsergebnissen“, sagt der Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Bertram Brossardt.


Dies bietet den Beschäftigten neue Möglichkeiten. Die Mitarbeiter können beispielsweise private Besorgungen, Pflegefälle oder Kinderbetreuung besser vom Arbeitsplatz aus organisieren. Brossardt: „Das lässt sich aber nur realisieren, wenn wir uns von dem Bild lösen, dass Arbeit an einem bestimmten Ort in einer bestimmten Zeit zu erledigen ist. Das ist nicht mehr zeitgemäß.“

Die vbw ruft daher dazu auf, Arbeitszeitregelungen den Erfordernissen der Digitalisierung und Globalisierung anzupassen. Brossardt: „Die gesetzlich vorgeschriebene tägliche Höchstarbeitszeit von maximal zehn Stunden muss abgeschafft werden. Das wäre nach europarechtlichen Vorgaben ohne weiteres möglich, solange die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden gewahrt bleibt. Das führt nicht zu mehr Arbeit, sondern zu mehr Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeit. Gegebenenfalls können die Sozialpartner gestaltend eingreifen. Zudem werden wie bisher für bestimmte Arbeitnehmer-gruppen Schutzbestimmungen durch Verordnungen festgelegt. Auch weitere Flexibilisierungsmöglichkeiten, die von der europäischen Arbeitszeitrichtlinie eingeräumt werden, müssen im deutschen Recht voll umgesetzt werden: Zum Beispiel muss die Ruhezeitregelung von elf Stunden so ausgelegt werden, dass kurze Unterbrechungen, etwa durch ein abendliches Telefonat, möglich sind, ohne dass der Beginn der Ruhephase sofort von vorn zu laufen beginnt.“

Die vbw legt Wert auf die Tatsache, dass mit der Flexibilisierung keine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens einhergeht. „Es stimmt, dass sich die Art der Arbeit und die Verteilung der Arbeitszeit ändern. Es ändert sich aber nicht die Gesamtlänge. Die Jahressollarbeitszeit auf Basis tariflicher Arbeitszeiten liegt in Deutschland ohnehin unter dem EU-Durchschnitt“, so Brossardt.


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