Letzte Aktualisierung: 05. Juli 2017

Pressemitteilung

vbw: Systemwechsel dringend notwendig / Brossardt warnt vor Überforderung der Beitragszahler

05.07.2017 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat angesichts des demografischen Wandels vor einem starken Kostenanstieg in den umlagefinanzierten sozialen Sicherungssystemen gewarnt. „Wir haben heute bereits rund drei Millionen Pflegebedürftige in Deutschland, 2030 werden es schon weit über 3,5 Millionen sein. Wir brauchen dringend den Systemwechsel, andernfalls überfordern die Kosten die Beitragszahler und damit auch unsere Unternehmen und unseren Standort“, sagte vbw Hauptgeschäfts-
führer Bertram Brossardt und kritisiert die Politik der großen Koalition: „Statt umzusteuern, hat die Pflegereform der Bundesregierung Leistungsausweitungen und Beitragssatzerhöhungen gebracht, die den Faktor Arbeit weiter belasten. Das ist nichts anderes als Umverteilung auf Kosten der jüngeren Generationen – die Probleme werden nicht gelöst, sondern in die Zukunft verschoben.“

Die vbw hat mit dem Konzept der „Pflegevorsorge“ einen konkreten Fahrplan vorgelegt, wie die Pflege weg von der Umlagefinanzierung und hin zur Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung entwickelt werden kann. „Das Modell ist generationengerecht, da es Vertrauensschutz für die älteren Jahrgänge gewährleistet und zukünftige Generationen nicht übermäßig belastet. Außerdem fördert es den Wettbewerb zwischen Anbietern und führt zu mehr Effizienz im System, was allen Versicherten zugutekommt. Und schließlich ist das Modell sozialer als das bisherige: Eine Unterversorgung wird durch einen steuerfinanzierten Ausgleich ergänzt, der die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen berücksichtigt“, fasst Brossardt die Vorteile zusammen.

Das Modell der „Pflegevorsorge“ sieht vor, dass die Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Pflege-
versicherung auf dem heutigen Niveau eingefroren und als zusätzliches Einkommen an den Beschäftigten ausbezahlt werden. Eine verpflichtende private Zusatzversicherung deckt die künftigen Kosten für Pflege ab. Heute bereits Pflegebedürftige sollen den bisherigen Leistungsumfang erhalten, aktuell pflegenahe Jahrgänge erhalten staatliche Aufstockung.

Für die vbw steht fest, dass ein rücklagenfinanziertes System angesichts des demografischen Wandels unabdingbar ist. „Die heutige Pflegeversicherung ist keine Vollkasko-Versicherung, suggeriert das aber. Deshalb brauchen wir eine ehrliche Debatte“, so der vbw Hauptgeschäftsführer.


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