Letzte Aktualisierung: 01. März 2016

Pressemitteilung

Binnenmigration von EU-Bürgern ist Chance für Europas Arbeitsmärkte / Brossardt: „Europäische Lösung für Flüchtlingszustrom notwendig“

01.03.2016 - Brüssel

Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends mit europäischen Mandatsträgern in Brüssel hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Chancen und Herausforderungen der Migration für die europäischen Arbeitsmärkte erörtert. Dabei wurden zwei zentrale Ausprägungen der Migration identifiziert: die Binnenwanderung und der Flüchtlingsstrom.

Die Binnenwanderung von EU-Bürgern innerhalb der EU zeigt: Deutlich mehr Menschen aus anderen EU-Ländern kommen in die Bundesrepublik als aus Deutschland abwandern. 2015 waren 1,9 Millionen EU-Ausländer in Deutschland beschäftigt – über 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt sind 5,2 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland EU-Ausländer. In Bayern liegt der Anteil der Beschäftigten aus dem EU-Ausland mit 6,8 Prozent noch höher.

Die vbw sieht in der Arbeitnehmerfreizügigkeit Vorteile für alle. „Unternehmen mit Fachkräftebedarf können damit ihre Engpässe beheben und Wachstum schaffen. Arbeitnehmer haben die Chance, in einem anderen Land der zu Hause drohenden Arbeitslosigkeit zu entgehen und sich weiterzuentwickeln. Wenn die Fachkräfte später in ihre Heimat zurückkehren, bringen sie Know-how mit. Die Erhöhung der Arbeitskräftemobilität innerhalb der EU ist daher ein wichtiges Ziel. Die vbw plädiert dafür, das Erlernen von Fremdsprachen besser zu fördern. Außerdem brauchen wir einen Mentalitätswandel: Die Menschen müssen die gesamte EU als einen Arbeitsmarkt begreifen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw strebt zudem an, die Freizügigkeit in geordnete Bahnen zu lenken. „Mit Freizügigkeit ist gerade nicht gemeint, Sozialleistungen in einem anderen EU-Land zu beziehen, ohne dass man dort erwerbstätig ist“, so Brossardt.

Der Flüchtlingszustrom stellt für Europa dagegen eine immense Herausforderung dar, die nach Überzeugung der vbw vorrangig auf europäischer Ebene gelöst werden muss. Dazu gehört die Sicherung der EU-Außengrenzen, die Unterstützung der Nachbarländer Syriens sowie eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge in Europa. Die Wirtschaft trägt ihren Teil zur Bewältigung der Flüchtlingskrise bei. „Wir haben daher zusammen mit unseren Kooperationspartnern die Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ unterzeichnet. Ziel ist es, 20.000 Asylbewerbern bis Ende 2016 einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz anzubieten und 60.000 Asylbewerber bis Ende 2019 in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die vbw und die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm investieren dafür mit ihren Projekten rund 6,7 Millionen Euro“, sagte Brossardt.

Arbeitsministerin Emilia Müller ergänzte: „Wir brauchen eine Begrenzung der Zuwanderung. Nur dann kann uns die Integration derer gelingen, die auf Dauer bei uns bleiben. Ebenso brauchen wir die Solidarität aller europäischen Länder. Die Europäische Gemeinschaft funktioniert nicht, wenn alle nur mitmachen wollen, wenn es um eigene Vorteile geht. Europäische Gemeinschaft bedeutet auch eine gleichmäßige Lastenverteilung auf alle – insbesondere eine solidarische Verteilung der Flüchtlinge.“


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