Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2018

Pressemitteilung

Bevölkerungsentwicklung abhängig von wirtschaftlichem Erfolg / Brossardt: „Kommunen müssen ihre Attraktivität erhöhen, um zu wachsen“

26.07.2018 - Sonnefeld

Gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern fördern und sichern: Dieser Auftrag hat im Freistaat seit 2014 Verfassungsrang. Beim Vorsprung Bayern Kongress „Wirtschafts-
entwicklung im Ländlichen Raum“ in Sonnefeld wurde nun eine von der IW Köln Consult GmbH für die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erstellte Studie vorgestellt. Detailliert beschreibt diese den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Entwicklung einer Gemeinde. Die wichtigste Erkenntnis: Wirtschaftlicher Erfolg in Kombination mit zusätzlichen Arbeitsplätzen sorgt für eine positive Bevölke-
rungsentwicklung
. Handelt es sich dabei um Industriearbeitsplätze, dann ist der Effekt besonders groß. Neben kleinen und mittleren Unternehmen hat insbesondere die Anzahl von Großunternehmen natur-
gemäß einen großen lokalen und regionalen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung. Gleiches gilt für Hochschulstandorte im näheren Umkreis.

Die Studie zeigt aber auch, dass Unternehmen im Umfeld nur dann eine positive Wirkung haben, wenn Sie gut zu erreichen sind. „Eine gute Infrastruktur ist von enormer Bedeutung für die Prosperität einer Ge-
meinde. Allein die Nähe zu einer Autobahn ist ein klarer Standortvorteil“, erklärte vbw Hauptgeschäfts-
führer Bertram Brossardt im Vorfeld der Veranstaltung. So finden sich schrumpfende Gemeinden in eigentlich wachsenden Landkreisen zumeist in deutlicher Entfernung von Ballungsgebieten. „Hier entfallen die Mitnahmeeffekte starker Oberzentren, wie zum Beispiel im Umland der Landeshauptstadt München“, erläuterte Brossardt.

Bayernweit schrumpfen 43Prozent aller Gemeinden. Für diese zeigt die Studie Handlungsempfehlungen auf, um dem Trend entgegenzuwirken. Im Vordergrund steht dabei die bessere Vernetzung der ansässigen Unternehmen untereinander, um mehr wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Ebenfalls dazu gehört eine stärke-
re Internationalisierung. Geeignete Standort- und Rahmenbedingungen sind weitere wichtige Punkte, die eine Gemeinde steuern kann.

Für Gemeinden mit geringer Wirtschaftskraft ist der Ausbau hin zu einer reinen Wohnortgemeinde eine alternative Option. Die geeignete Infrastruktur vorausgesetzt, ermöglichen die Digitalisierung und neueTechnologien die Anbindung an Oberzentren und eine weltweite Vernetzung. „Unternehmen bauchen Fachkräfte und diese wollen attraktiven Wohnraum. Das können Gemeinden in Verbindung mit kommenden Entwicklungen, wie zum Beispiel dem autonomen Fahren, für sich nutzen. Letztlich ist es aber Aufgabe der Gemeinde, die eigene Attraktivität zu erhöhen, um auch als lebenswerterWohnort wahrgenommen zu werden“, sagte Brossardt.


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Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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