Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2020

Pressemitteilung

Bayerischer Arbeitsmarkt geht getrübt in das Jahr 2020 / Brossardt: „Stagnation des Beschäftigungsaufbaus bereitet Sorge“

03.01.2020 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betrachtet den bayerischen Arbeitsmarkt mit Sorge. „Die Dezember-Quote von 2,8 Prozent (November 2019: 2,7 Prozent/Dezember 2018: 2,7 Prozent) zeigt, dass der Abbau der Arbeitslosigkeit zum Erliegen gekommen ist. Sorgen bereitet uns, dass wir neben dem saisonal Üblichen, auch einen konjunkturell bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit erleben. Unsere Industrie befindet sich in einer echten Rezession und deren negative Auswirkungen strahlen mittlerweile auch auf unternehmensnahe Dienstleistungen aus. Für 2020 rechnen wir mit kaum wirtschaftlicher Dynamik und einer Stagnation beim Beschäftigungsaufbau“, kommentiert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die heute bekannt gegebenen Arbeitsmarktdaten der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

„Die Zahl der Personen, die nach einer Beschäftigung neu arbeitslos geworden sind (SGB III), wächst beständig. Sie ist im Dezember im Vorjahresvergleich um 9,5 Prozent angestiegen. Diese Tendenz deckt sich mit den Berichten unserer Industrieunternehmen: Die Zeitarbeit wird zurückgefahren, Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Kurzarbeitsanzeigen steigen an. In einigen Unternehmen hat der Stellenabbau begonnen“, so Brossardt weiter.

Mit Blick auf die kommende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie (M+E) plädiert Brossardt für Zurückhaltung: „Die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre sind dem Produktionsfortschritt enteilt und haben unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit stark zugesetzt. Wir müssen wieder zu einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik zurückzukehren und zugleich mehr betriebliche Flexibilität ermöglichen. Nur so können unsere Unternehmen die konjunkturelle Schwächephase überstehen und weiterhin für Beschäftigung und Wohlstand sorgen.“

Die vbw fordert zudem eine Politik der Bundesregierung, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in der derzeitigen Lage deutlich stärkt. Dazu gehören unter anderem eine Senkung der Unternehmenssteuern und Energiepreise, eine Flexibilisierung des Arbeitsmarkts sowie Anreize zu Investition in die digitale Infrastruktur.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Robert Seidl

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Robert Seidl
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben