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vbw relaunch/Pressemitteilungen | Pressemitteilung

Bayerischer Arbeitsmarkt: Glänzendes Jahr 2019, problematisches 2020 / Brossardt: „Abbau der Arbeitslosigkeit ist zum Erliegen gekommen“

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 Andreas Ebersperger
Andreas Ebersperger
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2,8 Prozent – die durchschnittliche Arbeitslosenquote des Jahres 2019 in Bayern ist glänzend. Die Aussichten sind aber eingetrübt. So bewertet die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. den heute von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit bekanntgegebenen Durchschnittswert der Arbeitslosigkeit im Freistaat für das Jahr 2019.

„Der glänzende Wert des Jahres 2019 spiegelt die insgesamt gute wirtschaftliche Lage des vergangenen Jahres und die Stärke der bayerischen Unternehmen wider. Ganz besonders gilt dies für die 16 Kreise, in denen im Jahresdurchschnitt Werte von unter zwei Prozent erzielt wurden, allen voran Eichstätt mit 1,3 Prozent. Leider wird sich der gute Wert von 2019 für 2020 nicht halten lassen. Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist zuletzt zum Erliegen gekommen. Die Zahl der Personen, die nach einer Beschäftigung neu arbeitslos werden, wächst seit Monaten beständig. Die Zeitarbeit wird zurückgefahren, Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Kurzarbeitsanzeigen steigen an. Die Dezember-Zahlen haben gezeigt, dass es inzwischen neben dem saisonal üblichen auch einen konjunkturell bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit gibt. Unsere Industrie befindet sich in einer echten Rezession, davon werden mittlerweile auch unternehmensnahe Dienstleistungen erfasst. Für 2020 rechnen wir nur mit einer sehr geringen wirtschaftlichen Dynamik und einer Stagnation beim Beschäftigungsaufbau“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Lage.

Die vbw hält es für unabdingbar, in der derzeitigen Lage die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu stärken. Sie fordert die Bundesregierung auf, Unternehmenssteuern und Energiepreise zu senken, den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren sowie Anreize zu Investitionen in die digitale Infrastruktur zu setzen. Mit Blick auf die kommende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie (M+E) plädiert Brossardt für Zurückhaltung: „Die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre sind dem Produktionsfortschritt enteilt und haben unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit stark zugesetzt. Wir müssen wieder zu einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik zurückzukehren und zugleich mehr betriebliche Flexibilität ermöglichen.“