Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2016

Pressemitteilung

Aufbruchstechnologie mit großem Potenzial / Brossardt: „Rechtliche Rahmen anpassen, Infrastruktur zügig ausbauen“

31.05.2016 - München

„Das vollautomatisierte und autonome Fahren wird kommen. Wir wollen, dass die Entwicklung und Umsetzung bei uns als technologieführendem Automobilstandort stattfindet“, sagte Hauptge-schäftsführer Bertram Brossardt auf einem Journalistenseminar der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zum Thema „Die Zukunft beginnt heute - automatisiertes Fahren“. Gastreferent des Seminars war Dr.-Ing. Florian Herrmann, Leiter des Competence Center Mobility Innovation am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO.

Die vbw betont, dass es nicht nur für die Automobilindustrie, die für ein Fünftel aller industriellen Arbeitsplätze in Bayern steht, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort Bayern von herausragendem Interesse ist, dass die heimischen Hersteller ihre weltweite Spitzenstellung auch bei autonomen Fahrzeugen verteidigen. „Auf keinen Fall dürfen wir das anderen überlassen – etwa US-amerikanischen Technologiefirmen. Dies sieht auch die Bevölkerung so. Nach einer Umfrage des World Economic Forum sind für 58 Prozent die klassischen Automobilhersteller die idealen Produzenten für selbstfahrende Pkw, nur sieben Prozent sehen diese Rolle bei den Technologieunternehmen“, sagte Brossardt.

Damit Deutschland eine Vorreiterrolle bei der marktwirtschaftlichen Umsetzung dieser Aufbruchstechnologie einnehmen kann, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. „Wir brauchen die richtigen Testverfahren, um die technische Sicherheit zu gewährleisten, aber keine künstlichen Barrieren. Die Zulassungsregelungen müssen weiter angepasst werden, um auch fortgeschrittene Stufen des automatisierten Fahrens zu ermöglichen. Auch Verhaltenspflichten im Straßenverkehr – etwa die Handynutzung im Auto – müssen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Gleiches gilt für das Fahrerlaubnisrecht und die Fahrschülerausbildung.“

Die vbw fordert, dass die für das automatisierte Fahren notwendige Infrastruktur zügig gebaut wird. „Für die erste Generation des automatisierten Fahrens, die sich mit Stop-and-go-Verkehren und Stausystemen auseinandersetzt, muss die bordeigene Sensorik die Daten zuverlässig erfassen können. Die Straßen müssen dazu verlässlich lesbare Fahrbahnmarkierungen und gut positionierte Verkehrszeichen aufweisen. In der Endstufe des autonomen Fahrens müssen die digitalen Verkehrsinformationen übergreifend vernetzt sein. Wir brauchen konstant präzise Positionsbestimmungen“, sagte Brossardt. Die vbw geht deshalb davon aus, dass mittelfristig ein flächendeckendes 5G-Netz und gemeinsame Standards der Hersteller für den Datenaustausch benötigt werden. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang das vom Bundesverkehrsministerium eingerichtete „Digitale Testfeld Autobahn“, das nicht nur die bordeigene Sensorik, sondern auch das Zusammenspiel mit der Infrastruktur erforscht.

Rund jeder zweite Verbraucher erhofft sich laut Umfragen vom autonomen Fahren weniger Stress und mehr Sicherheit. „Zukunftsaufgabe wird es sein, die Akzeptanz selbstfahrender Autos zu erhöhen. Denn lediglich rund 40 Prozent wären derzeit bereit, in einem vollständig selbstfahrenden Auto mitzufahren“, so Brossardt.


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