Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2018

Durch die Flüchtlingsintegrationsprojekte IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. nahmen im Jahr 2017 insgesamt rund 30 Prozent der Teilnehmer eine Beschäftigung, eine Einstiegsqualifizierung, eine Ausbildung oder ein Studium auf. „Angesichts der besonderen Herausforderungen, wie zum Beispiel den mangelnden Sprachkenntnissen von Flüchtlingen, ist das ein sehr positives Ergebnis“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt, der eine Jahresbilanz 2017 zog. Im Herbst 2015 hatte die vbw gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit das Maßnahmenpaket IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit gestartet. In insgesamt zwölf Einzelprojekten haben die vbw und die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm fast 7 Millionen Euro investiert. Die IdA Projekte der Verbände haben dazu beigetragen, dass in Bayern bisher rund 48.000 Flüchtlinge eine Beschäftigung aufgenommen und weitere 7.100 eine Ausbildung begonnen haben.

Brossardt betont: „Wie die Integrationszahlen in Bayern zeigen, sind wir auf dem richtigen Weg. Die vbw wird auch im kommenden Jahr ihren Beitrag zur Flüchtlingsintegration leisten. Unsere zwei Projekte IdA 2.0 und IdA BayernTurbo 2.1 starteten im September mit 155 Teilnehmerplätzen an acht Standorten und legen neben Sprachförderung und Kompetenzfeststellungen den Schwerpunkt auf die Stabilisierung der Beschäftigung.“ Auf der IdA Plattform www.sprungbrett-intowork.de haben Unternehmen bisher über 2.250 Praktikumsangebote für Flüchtlinge eingestellt. In den IdA Lehrer- und Ausbilderworkshops werden in 32 Kursen in ganz Bayern Berufsschullehrer und Ausbilder im Umgang mit jungen Geflüchteten geschult. Die IdA Navigatoren sind die Ansprechpartner für Unternehmen, Flüchtlinge und Kooperationspartner bei allen Fragen rund um die Integration in Ausbildung und Arbeit. Durch ihren Einsatz konnten bisher 334 Flüchtlinge erfolgreich vermittelt werden.

Die vbw fordert für Flüchtlinge einen verlässlichen Zugang zu den Integrationskursen sowie einen differenzierten Ausbau der allgemeinsprachlichen und berufsbezogenen Sprachförderung. „Unsere Unternehmen brauchen bei der Beschäftigung und der Ausbildung Planungssicherheit, daher fordern wir einheitliche und nachvollziehbare Vorgaben. Eine Ausweitung des Instruments der Teilqualifizierung ist dringend notwendig. Dadurch erhalten Flüchtlinge, die in einer Beschäftigung oder Ausbildung sind, Anschlussmöglichkeiten zur Weiterqualifizierung. Des weiteren muss für Flüchtlinge das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit grundsätzlich aufgehoben und von der Vorrangprüfung entkoppelt werden“, so Brossardt. Ebenfalls fordert die vbw die künftige Bundesregierung auf, durch eine entsprechende Gesetzesänderung den Duldungstatbestand zum Zwecke einer Ausbildung auf das Instrument der Einstiegsqualifizierung auszuweiten.

„Unsere Integrationsmaßnahmen sind bundesweit beispielgebend. Im Zentrum steht die Vermittlung der deutschen Sprache. Außerdem setzen wir einen Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit und Stabilisierung der Beschäftigung. Flüchtlingsintegration ist kein Sprint, sondern ein Marathon, bei dem wir vor weiteren Herausforderungen stehen.“


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