Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2018

Pressemitteilung

16. Wirtschaftstag Oberfranken: Wolfgang Clement, Bundesminister a. D., über die Herausforderungen der Arbeitswelt von heute und morgen / Kaeser: „Globalisierung und Digitalisierung bieten große Chancen“

19.07.2018 - Coburg

Beim 16. Wirtschaftstag Oberfranken der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erläuterte Wolfgang Clement, Bundesminister a. D., wie sich Wirtschaft und Arbeitswelt in Deutschland und Europa im globalen Kontext verändern und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Bereiche Lebensarbeitszeit, Bildung und berufliche Qualifizierung haben. „Digitalisierung ist kein Gespenst. Aber sie ist eine echte Herausforderung. Wir haben alle Voraussetzungen, sie zu bestehen. Wir haben hervor-
ragend ausgebildete Facharbeiter, Techniker, Ingenieure, wir haben den Mittelstand und wir können Produktion. Insgesamt geht es uns in Deutschland gut, besser als in fast allen anderen Ländern auf der Welt. Wir haben also keinen Grund zu jammern, aber verdammt viele Gründe, die Herausforderungen anzunehmen, die die digitalen Umbrüche und auch die großen weltpolitischen Veränderungen für unser Land bedeuten. Warum geschieht das nicht? Woran fehlt es? In meiner Wahrnehmung wirken unsere demokratischen Parteien müde und ausgelaugt. Unsere politische Diskussion ist zwar ziemlich laut, aber ich empfinde sie als routiniert, inhaltlich leer und ideenlos. Wir Demokraten müssen sie wachrütteln. Und uns auf eine alte Erfahrung besinnen: Wer morgen sicher und in Wohlstand leben will, muss heute zu Veränderungen, zu grundlegenden Reformen bereit sein. Ob in der Bildungs-, in der Energie- oder in der Europapolitik.“

Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Oberfranken, wies darauf hin, dass Deutschlands und Bayerns Wohlstand zu einem großen Teil der Globalisierung zu verdanken ist. „Damit das erreichte Wohlstandsniveau langfristig gesichert werden kann, müssen die mit der zunehmenden Verflechtung der Weltwirtschaft verbundenen Herausforderungen an den Wirtschaftsstandort Deutschland und Bayern angenommen werden. Wichtigste Voraussetzung ist dabei die Liberalisierung der Märkte. Dadurch entstehen höhere Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, mehr Innovationen und Investitionen, geringere Beschaffungspreise, preiswertere Produkte, größere Produktvielfalt sowie Arbeit und Einkom-
men. Eine zunehmend protektionistische Wirtschafts- und Handelspolitik, wie sie derzeit in den USA betrieben wird, ist dagegen der falsche Weg.“

Neben der Globalisierung sieht Kaeser auch in der Digitalisierung große Chancen – aber auch Heraus-
forderungen: „Mit der digitalen Transformation steht unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel. Deshalb brauchen wir mehr Mut zur Veränderung. Fakt ist: Die Arbeitswelt wird sich verändern. Aber nicht zum Negativen, wie oft befürchtet. Denn die Arbeit wird uns sicherlich nicht ausgehen. Natürlich werden im Zuge von digitaler Transformation und Automatisierung Arbeitsplätze wegfallen. Aber an anderer Stelle werden mindestens genauso viele neue Jobs entstehen. Außerdem wird die Arbeitswelt im Zuge der digitalen Transformation abwechslungsreicher und von mehr individueller Freiheit bestimmt sein“, so Kaeser.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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