Letzte Aktualisierung: 15. Juli 2016

Pressemitteilung

14. Aschaffenburger Schlossgespräch: vbw diskutiert mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Digitalisierung der Wirtschaft / Fieber: „Vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange"

14.07.2016 - Aschaffenburg

Beim 14. Aschaffenburger Schlossgespräch diskutierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie sich die fortschreitende Digitalisierung auf Wertschöpfung und Dienstleistungen auswirkt, welche Wachstumsfelder und Geschäftsmodelle sie eröffnet und wie sich die Arbeitswelt verändern wird.

Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback schilderte dabei die Herausforderungen für das Recht und die Rechtspolitik: „Recht und Rechtspolitik müssen die Wirtschaft in unserer Heimat dabei unterstützen, die vielen Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Denn neue Technologien müssen weiterhin bei uns entwickelt, getestet und marktgängig gemacht werden können. Das Recht darf für Zukunftstechnologien, wie beispielsweise das automatisierte Fahren, nicht als Innovationsbremse wirken!“ Alle Beteiligten müssten gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass neue Entwicklungen keinesfalls zu einem Verlust an Sicherheit führen. Bausback: „Und alle Beteiligten brauchen auch Rechtssicherheit. Wir müssen daher den rechtlichen Rahmen kontinuierlich darauf prüfen, ob gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht. Ich bin überzeugt: Recht und Rechtspolitik werden im Dialog mit den unterschiedlichen Akteuren diese Herausforderungen erfolgreich meistern!"

Wolfgang Fieber, Vorsitzender der vbw Bezirksgruppe Unterfranken, erklärte: „Mit der Digitalisierung ist die vierte industrielle Revolution in vollem Gange. Angefangen vom Bildungsbereich über den beruflichen Alltag bis hin zum Freizeitverhalten sind die Veränderungen durch die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Kein Unternehmen kann sich dieser Entwicklung verschließen, wenn es die neuen Chancen nutzen und im internationalen Wettbewerb bestehen will.“

Fieber sieht im Wesentlichen fünf große Herausforderungen, die Politik und Wirtschaft gemeinsam anpacken müssen: „Um die Potenziale der Digitalisierung optimal nutzen zu können, müssen wir zum einen den Netzausbau beschleunigen. Außerdem brauchen wir ein modernes und flexibles Arbeitsrecht, denn durch die Digitalisierung vermischen sich berufliches und privates Nutzungsverhalten immer stärker. Des Weiteren muss das Bildungssystem an die Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Zudem muss die Forschungsförderung stärker auf die Digitalisierung ausgerichtet werden. Und last but not least müssen wir Sicherheit schaffen, um die Wirtschaft in Zukunft besser vor Cyber-Attacken zu schützen.“

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit Wohlstand und Arbeitsplätze in Bayern auch weiterhin zu erhalten, hat vbw Präsident Alfred Gaffal den „Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft“ ins Leben gerufen. Basierend auf den Erkenntnissen der vbw Studie „Bayerns Zukunftstechnologien“ hat der Zukunftsrat Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erarbeitet, die nun umgesetzt werden sollen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy, Mitglied im Zukunftsrat, Professor an der Fakultät für Informatik der TU München und Gründungspräsident des Zentrums Digitalisierung.Bayern, erläuterte: „Die Digitalisierung ist die Technologie, die in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts Wirtschaft und Gesellschaft in einer dramatischen Weise verändern wird wie keine andere Technologie. Durch digitale Technik werden völlig neue Möglichkeiten geschaffen. Die Vernetzung führt zu einer starken Relativierung des Ortsprinzips, und die inhaltliche Vernetzung völlig unterschiedlicher Anwendungsgebiete schafft völlig neue Geschäftsmöglichkeiten und Wettbewerbssituationen. Dies ist eine große Herausforderung für ein Land wie Bayern, das schon aufgrund seiner besonderen starken Wirtschaftsstruktur schnell die Potenziale der digitalen Technologie erschließen muss und gleichzeitig sich der Risiken in diesem Bereich bewusst sein muss. Nur in einer konzertierten Aktion zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft unter Beteiligung des Bürgers in einer öffentlichen Diskussion kann der Wandel erfolgreich gestaltet werden.“


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Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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