Letzte Aktualisierung: 09. November 2016

Pressemitteilung

11. Würzburger Forum Arbeitsrecht beschäftigt sich mit der rechtlichen Seite von familienfreundlichen Rahmenbedingungen

08.11.2016 - Würzburg

Im Rahmen des 11. Würzburger Forums Arbeitsrecht diskutierte die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit namhaften Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Justiz über die arbeitsrechtlichen Herausforderungen, die aus der Möglichkeit der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort durch Teilzeit, Jobsharing oder Homeoffice hervorgehen. „Arbeit 4.0 bietet den Beschäftigten ganz neue Möglichkeiten. Die Mitarbeiter können damit beispielsweise private Besorgungen, Pflegefälle oder Kinderbetreuung besser organisieren. Das lässt sich aber nur realisieren, wenn wir uns von dem Bild lösen, dass Arbeit an einem bestimmten Ort in einer bestimmten Zeit zu erledigen ist. Dies führt zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Arbeitsrecht ist hier oft nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Unterfranken.

In Deutschland werden immer wieder Forderungen nach gesetzlichen Maßnahmen wie einer 30- beziehungsweise 32-Stundenwoche, nach der gesetz-liche Einführung eines Wahlarbeitszeitkorridors von 28 bis 40 Wochenstunden oder nach der Einführung eines allgemeinen Anspruchs auf befristete Teilzeit beziehungsweise Rückkehr in Vollzeit laut. Dazu Fieber: „Eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit in Deutschland auf 30 oder 32 Stunden ist absurd. Die Arbeitszeiten in Deutschland sind bereits jetzt extrem niedrig. Die Jahressollarbeitszeit auf Basis tariflicher Arbeitszeiten lag 2014 in Deutschland bei 1.651 Stunden. Der EU-Durchschnitt beträgt 1.707 Stunden. Das Instrument der Wahlarbeitszeit beziehungsweise eines Wahlarbeitszeitkorridors von 28 bis 40 Stunden hängt stark von den jeweiligen betrieblichen Umständen ab und muss daher strikt freiwillig bleiben. Und ein Anspruch auf befristete Teilzeit für alle ist abzulehnen. Die gesetzlichen Rechte der Beschäftigten auf Reduzierung beziehungsweise Verlängerung ihrer Arbeitszeit oder auf Rückkehr in Vollzeit sind mehr als ausreichend und dürfen keinesfalls erweitert werden. Branchen- beziehungsweise betriebsspezifische Vereinbarungen sind auch hier viel sinnvoller als gesetzliche Regelungen. Die gesetzlich vorgeschriebene Höchstarbeitszeit von maximal zehn Stunden pro Tag ist nicht mehr zeitgemäß. Maßstab soll vielmehr die europäische Arbeitszeitrichtlinie sein. Sie macht keine Vorgaben über die Länge der täglichen Arbeitszeit, sondern stellt zu Recht auf die Arbeitswoche ab.“


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