Die bayerische Wirtschaft

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Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2021

Pressemitteilung

Studie zur Standortqualität: Dynamik der Schwellenländer lässt Bayern zurückfallen / Brossardt: „Kosten bleiben größter Standortnachteil und verschärfen sich“

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 Lena Grümann
Lena Grümann
Presse / Öffentlichkeitsarbeit
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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. lässt regelmäßig die Dynamik des Industriestandorts Bayern im internationalen Vergleich untersuchen – dabei geht es darum, wie sich die industriellen Standortfaktoren weiterentwickeln. Bayern erreicht, wie viele andere traditionelle Industrieländer, im Dynamik-Ranking gegenüber den schneller wachsenden Schwellenländern keinen Spitzenplatz, sondern liegt mit Rang 26 im Mittelfeld. Gegenüber dem Vorjahr fiel Bayern allerdings sieben Ränge zurück - der Vorsprung bei den Standortbedingungen gegenüber den 45 wichtigsten Wettbewerbsländern ist gesunken. Deutschland liegt hinter Bayern auf Platz 27.

„Auf den vorderen Plätzen dieses Rankings sind größtenteils Schwellenländer, deren Standortfaktoren sich von niedrigem Niveau aus dynamischer verbessern, an der Spitze steht aktuell China. Außerdem liegt Bayern beim Niveau-Ranking – einer Analyse, die den aktuellen Stand und nicht die Entwicklung wiedergibt – auf einem hervorragenden zweiten Rang“, analysiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Studie.

Im Dynamik-Ranking schneidet der Freistaat im Bereich „Infrastruktur“ mit Rang 19 überdurchschnittlich ab. „Der Freistaat hat seine traditionellen Stärken weiter ausgebaut. Besonders punktet Bayern mit leistungsfähigen Transport- und Logistiksystemen. Auch die Entwicklung der Breitbandinfrastruktur kommt schneller voran als im Schnitt der Wettbewerber“ so Brossardt. Ebenfalls leicht über dem Durchschnitt liegt Bayern im Bereich „Staat“ mit Rang 22. Hier entwickelte sich das Regulierungsumfeld besser als im Schnitt der Wettbewerber.

Bei der Kostenentwicklung ist Bayern hingegen weiter abgerutscht. „Das ist ein echter Standort- und Wettbewerbsnachteil, der sich vergrößert. Insbesondere die hohen Arbeitskosten und Steuern schlagen negativ zu Buche. Andere Industriestaaten konnten ihr Ranking mit Steuerreformen hingegen verbessern“, so Brossardt.

„Bayern läuft Gefahr, seine immer noch sehr gute Position im Niveau-Ranking zu verlieren, die Wettbewerber holen immer weiter auf. Das liegt auch an der großen Dynamik in den Schwellenländern, vor allem in Asien. Allerdings können sich auch einige Industrienationen wie die USA und die Schweiz im Dynamikranking behaupten und ihre Position im Trend sogar verbessern“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts muss wieder in den Fokus rücken. Die Verbesserung der Standortbedingungen ist eine Daueraufgabe, und sie ist in der Krise dringlicher denn je.“