Die bayerische Wirtschaft
zum Dashboard Konjunktur

Bitte geben Sie Ihre Login-Daten ein

Login

Sie haben keine Login-Daten?

Login-Daten beantragen
Zur Übersicht

Letzte Aktualisierung: 24. September 2026

Pressemitteilung

Bayerische Wirtschaft wächst wieder, nachhaltige Aufwärtsbewegung braucht aber Standortreformen

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:

„Es ist natürlich erfreulich, dass die Wirtschaft im Freistaat im ersten Halbjahr diesen Jahres um ein Prozent gewachsen ist. Ebenso ermutigend ist, dass die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose für dieses und nächstes Jahr ein Wachstum von über einem Prozent für Gesamtdeutschland prognostizieren. Die Wirtschaft in Deutschland und Bayern entwickelt sich also 2026 in der Tat besser als befürchtet.

Wir dürfen aber nicht übersehen, dass hier zum einen Sondereffekte eine Rolle spielen: Neben der hohen Exportnachfrage vor allem aus Europa, um Lieferengpässe infolge des Iran-Kriegs vorzubeugen, sowie der höheren Anzahl an Arbeitstagen sind es vor allem die hohen staatlichen Ausgaben aus den beiden Sondervermögen, die das Wachstum im Freistaat und auch in Deutschland antreiben. Zum anderen beobachten wir weiterhin eine äußerst heterogene Entwicklung der verschiedenen Wirtschaftssektoren. So ging die industrielle Wertschöpfung in Bayern erneut leicht und die des Baugewerbes deutlich zurück.

Von einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung sind wir noch weit entfernt. Die rückläufige Wertschöpfung im Produzierenden Gewerbe bereitet uns ebenso Sorge wie die unverändert rückläufige Investitionstätigkeit der Privatwirtschaft. Fehlende Investitionen heute bedeuten fehlendes Wachstum morgen. So erwartet auch die Gemeinschaftsdiagnose für das Jahr 2028 bereits nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent. Die Investitionsschwäche ist Ausdruck der schwierigen Standortbedingungen in Deutschland, insbesondere der hohen Kostenbelastung und der hohen Bürokratie. Wenn wir hier nicht vorankommen, werden wir kein dauerhaftes Wachstum schaffen.

Der zähe Reformprozess in Berlin lässt uns dabei Tag für Tag an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, das können wir uns auch mit Blick auf die globale Konkurrenz nicht leisten. Unser Standort muss endlich wieder attraktiv, flexibel und wettbewerbsfähig werden. Insbesondere bei den hohen Steuern sowie teuren Arbeits- und Energiekosten braucht die Wirtschaft dringend Entlastung, die Bundesregierung muss nun zügig liefern und den Reformkurs rasch und entschlossen voranbringen

Seite drucken