Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2026
Pressemitteilung
Pressestatement zur Bedeutung von China und Indien für die bayerische Wirtschaft / Unfaire Handelspraktiken Chinas stoppen, Außenhandel mit Indien weiter vertiefen
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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:
„Eine Analyse des Bayerischen Landesamts für Statistik gibt klaren Aufschluss über die Entwicklung im bayerischen Außenhandel mit China und Indien.
Während 2010 noch rund acht Prozent aller bayerischen Exporte in die Volksrepublik gingen, lag der Anteil 15 Jahre später nur noch bei 6,2 Prozent. Die Bedeutung des chinesischen Absatzmarktes für die bayerische Exportwirtschaft hat deutlich abgenommen. Das ist insbesondere für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie schmerzhaft: Gegenüber 2010 gingen die Ausfuhren der Branchen 2025 um satte 2,1 Milliarden Euro beziehungsweise um mehr als 68 Prozent zurück. Auf der anderen Seite ist China seit 2010 zum wichtigsten Importland aufgestiegen. 14,6 Prozent der gesamten bayerischen Einfuhren stammten 2025 von dort, 2010 waren es noch 9,7 Prozent.
Die Folge: Die Handelsbilanz zwischen Bayern und China rutschte seit 2010 in ein deutliches Defizit für die bayerische Seite. Das hat zwei Gründe. Einerseits sind unsere bayerischen Exportunternehmen mit einem Mix aus unfairen Handelspraktiken und Wettbewerbsverzerrungen seitens China konfrontiert. Dazu kommt aber auch, dass chinesische Unternehmen technologisch massiv aufgeholt haben. Diesem Wettbewerb müssen wir uns stellen. Hierzu müssen wir unsere Standortbedingungen verbessern: Wir sind zu teuer bei den Arbeitskosten sowie auch bei Steuern und Energie. Die Politik ist also zweifach gefordert: Zum einen muss sie für faire Wettbewerbsbedingungen mit China eintreten, zum anderen braucht es dringend und zügig ein tiefgreifendes Update des Standorts.
Mit Blick auf Indien sehen wir gleichzeitig, dass der dortige Markt immer wichtiger für die bayerische Wirtschaft wird. Zwar liegt der Gesamtexportanteil von Bayern nach Indien 2025 weiterhin mit einem Prozent vergleichsweise niedrig, gleichzeitig stiegen die Ausfuhren in den Jahren von 2000 bis 2025 aber um beeindruckende 630 Prozent. Besonders wichtig ist Indien für den bayerischen Maschinenbau. Maschinenexporte machten letztes Jahr fast ein Drittel der bayerischen Ausfuhren nach Indien aus. Hier steckt noch extrem viel Potenzial für Bayern drin. Der Abschluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens war daher ein Meilenstein: Wir erwarten umso mehr eine zügige Ratifizierung. Denn vor allem mit Blick auf die geopolitischen Unwägbarkeiten – vor allem im Handel mit China – kann Indien ein Schlüssel für eine diversifizierte bayerische Außenwirtschaft sein. Diesen müssen wir nutzen.“