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Letzte Aktualisierung: 16. September 2026

Pressemitteilung

Hohe Energiepreise beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts / Brossardt: „Ohne tiefgreifende Reformen droht weiterer Verlust an industrieller Basis“

Der Energiepreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist im Juli 2026 um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 128,9 Punkte angestiegen. „Dass der Index nun nach zwei Monaten mit leichten Rückgängen wieder ansteigt, ist ein alarmierendes Signal. Insgesamt verharren die Preise auf zu hohem Niveau, auch aufgrund des Irankriegs. Ohne eine dauerhafte Friedenslösung und freien, ungehinderten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleiben große Teile der Wirtschaft weiterhin erheblich belastet. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Preise im Juli um 15,1 Prozent höher. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2019 – dem letzten Vorkrisenjahr – lagen die Energiepreise für die bayerische Wirtschaft sogar um rund 54 Prozent höher“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der Teilindex für Primärenergie ging im Juli, im Gegensatz zum Gesamtindex, um 3,7 Prozent auf 123,4 Punkte zurück. Das Vorjahresniveau wurde zugleich um 19,8 Prozent überschritten. Grund für den Rückgang gegenüber dem Vormonat waren starke Preisabschläge für Erdöl. Während der Preis für importiertes Öl um 7,7 Prozent zurückging, fielen die inländischen Erzeugerpreise für Erdöl um 12,6 Prozent. Die Einfuhrpreise für Erdgas und Steinkohle stiegen hingegen um 4,5 beziehungsweise 3,4 Prozent an. In Deutschland gewonnene Braunkohle verteuerte sich um 7,8 Prozent. „Gegenüber dem Vorjahr lagen trotz der Rückgänge gegenüber Juni insbesondere die Ölpreise klar höher. Für importiertes Erdöl wurden 22,3 Prozent mehr verlangt, der Preis für in Deutschland gewonnenes Erdöl lag um 24,2 Prozent höher“, sagt Brossardt.

Der Teilindex für Sekundärenergie stieg im Juli um 7,0 Prozent gegenüber Juni auf 134,4 Punkte an. Das Vorjahresniveau wurde um 11,0 Prozent überschritten. Verantwortlich für den Anstieg im Vergleich zum Vormonat waren deutlich höhere Preise für Leichtes Heizöl (+21,8 Prozent) und Diesel (+16,8 Prozent). „Der Grund hierfür ist unter anderem, dass die Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin zum Juli ausgelaufen ist. Besorgniserregend ist außerdem der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Leichtes Heizöl kostete im Vorjahresvergleich 52,0 Prozent mehr, Diesel verteuerte sich um 30,3 Prozent. Das ist eine enorme Belastung für die Betriebe“, so Brossardt.

Um die Unternehmen zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern, fordert die vbw eine Senkung der Energiekosten. „Fakt ist: Ohne tiefgreifende Reformen bei Netzentgelten, Abgaben und Infrastruktur droht eine weitere Schwächung der industriellen Basis. Die Einführung des Industriestrompreises war hierfür ein wichtiges Signal. Allerdings ist nur die Hälfte des Stromverbrauchs förderfähig, zugleich muss die Hälfte der gewährten Beihilfen in Dekarbonisierungs- und Effizienzmaßnahmen investiert werden. Die Dauer ist auf drei Jahre befristet. Das alles begrenzt die Wirksamkeit des Instruments, schränkt die unternehmerische Handlungsfreiheit ein und verursacht zusätzlichen administrativen Aufwand. Hier muss die EU den Weg für wirkungsvolle Entlastungen freimachen“, betont Brossardt.

Basisjahr für den vbw Energiepreisindex ist 2021 (2021=100). Weitere Erläuterungen zum vbw Energiepreisindex finden Sie unter www.vbw-bayern.de/Energiepreisindex

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