Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2018

Studie

Die Vermögensverteilung im internationalen Vergleich

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In regelmäßigen Abständen werden Studien und Umfragen vorgelegt, die eine ungerechte Verteilung der Vermögen anprangern. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden zumeist unreflektiert als Anstoß für neue Umverteilungsdebatten genutzt. Dabei wird vollkommen außer Acht gelassen, wie die zu beobachtende Vermögensverteilung zu Stande kommt und welche Einflussfaktoren verantwortlich sind. Unsere Studie setzt an diesem Punkt an und zeigt auf, wodurch die Verteilung der Vermögen in Deutschland beeinflusst wird und warum sich Unterschiede zu anderen Ländern zeigen.

Einflussfaktoren auf die Vermögensverteilung in Deutschland im internationalen Vergleich

Die Analyse der einzelnen Faktoren zeigt, dass sich ein Großteil der internationalen Unterschiede in der Vermögensverteilung auf institutionelle Rahmenbedingungen zurückführen lässt. In Deutschland tragen die folgenden Faktoren maßgeblich dazu bei, dass die Vermögensbetrachtung anders beurteilt werden muss:

  • Ein hohes Maß an sozialstaatlicher Absicherung erschwert es durch die Steuer- und Abgabebelastung, individuell Vermögen aufzubauen. Ein starkes soziales Netz vermindert die Anreize, Vermögen anzusparen.
  • Ansprüche an staatliche Versorgungssysteme werden bei der Erfassung der privaten Vermögen nicht beachtet. Bildet man in Deutschland zum Beispiel die Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung in der Vermögensverteilung ab, kommt es zu einer deutlichen Reduzierung der Ungleichheit.
  • Wohneigentum ist ein wesentlicher Vermögensbestandteil und wirkt glättend auf die Vermögensverteilung. Im europäischen Vergleich ist die Wohneigentumsquote in Deutschland allerdings mit 44 Prozent sehr niedrig (Durchschnitt Eurozone: 61 Prozent) und trägt so zu Vermögenskonzentrationen bei.
  • Eine besondere Bedeutung für die Vermögensverteilung hierzulande hat eine mittelständisch ausgerichtete Unternehmerstruktur. Der Einfluss des Betriebsvermögens auf die Vermögensverteilung muss deshalb differenziert betrachtet werden, denn Betriebsvermögen trägt dazu bei Arbeitsplätze zu schaffen.

Ansatzpunkte zur Glättung der Vermögensverteilung

Auf Basis dieser Zusammenhänge können die Stellschrauben identifiziert werden, an denen angesetzt werden muss, um die Vermögensverteilung in Deutschland zu glätten.

Ein entscheider Punkt ist dabei die Reduzierung der Steuer- und Abgabenbelastung, um den Einzelnen mehr Spielraum zum Vermögensaufbau zu geben.

Zudem sollte der Erwerb von Wohneigentum gezielt gefördert werden. Hierzu braucht es einerseits ein breites Angebot an Bauland und Wohnmmobilien – insbesondere in Ballungszentren, aber auch eine Reduzierung bei der Kostenbelastung Sanierungen. Flankierenden gilt es Förderinstrumente zu Finanzierung von Wohneigentum zu schaffen.

Keinesfalls zielführend ist die Nivellierung der Vermögensverteilung durch eine Vermögenssteuer. Eine solche Abgabe birgt hohe gesamtgesellschaftliche Risiken, wenn
z. B. durch eine Ausweitung der Besteuerung von Betriebsvermögen Arbeitsplätze gefährdet werden.


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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung

+49 (0)89-551 78-214
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