Letzte Aktualisierung: 15. November 2019

Kooperation

Rückblick – Die öko-soziale Marktwirtschaft auf dem Prüfstand

Auch in diesem Jahr hat die vbw die Reihe der Kooperationsveranstaltungen mit der Hanns-Seidel Stiftung fortgesetzt. Im Fokus des diesjährigen Kongresses stand die öko-soziale Marktwirtschaft. Unter der Moderation von Alexander Hagelücken, Leitender Redakteur Wirtschaftspolitik der Süddeutschen Zeitung diskutierten Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, Dr. Marcel Huber, MdL, Staatsminister a. D., Prof. Dr. Frank-Martin Belz, Professur für Unternehmerische Nachhaltigkeit – Brau- und Lebensmittelindustrie an der TU München und Dr. Dieter Vollkommer, VP Corporate Responsibility, Siemens AG, wie unsere Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft der Nachhaltigkeit Rechnung trägt.

Begrüßung

Für die Stiftung begrüßte Prof. Dr. Reinhrd Meier-Walser, Leiter der Akademie für Politik und Zeitgeschehen die Gäste. Er erklärte: „Die soziale Marktwirtschaft, ergänzt um das Element der Ökologie, gibt eine Orientierung auf die aktuellen Herausforderungen in der gesellschaftlichen Umwelt-Debatte. Umweltschutz ohne Verbote, aber unter Einbeziehung marktwirtschaftlicher Instrumente ist ein mögliches Lösungsszenario, das Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam tragen können.“

Ordnungspolitische Leitplanken für nachhaltige Entwicklung

Bertram Brossardt betonte in seinem Eingangsstatement, dass Nachhaltigkeit als Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem begriffen werden muss. Die drei Ziele bedingen sich gegenseitig. Die Verfolgung ökologischer und sozialer Ziele darf nicht zu Lasten nachhaltigen Wirtschaftswachstums gehen. Denn dieses Wachstum ermöglicht überhaupt erst das Erreichen umwelt- und sozialpolitischer Ziele. „Die soziale Marktwirtschaft ist durch ihr ordnungspolitisches Grundgerüst gut gerüstet, um alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit miteinander in Einklang zu bringen“, erklärte Brossardt.

Impuls aus der Wissenschaft

Prof. Dr. Frank-Martin Belz stellte in seinem Vortrag zunächst verschiedene Start-up Unternehmen vor, die sich mit nachhaltigen Lösungen am Markt etabliert haben. Diese Unternehmen sind seiner Auffassung nach Pioniere einer öko-sozialen Marktwirtschaft – insgesamt sind seiner Auffassung nach nachhaltige Unternehmen ein Nischenphänomen. Die Gründe dafür sieht er darin, dass es innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen ökonomisch rational ist, soziale und ökologische Kosten zu externalisieren. Er zog daher das kritische Fazit, dass wir „von einer öko-sozialen Marktwirtschaft, in der die Preise die sozialen und ökologischen Kosten widergeben, weit entfernt sind.“

Impuls aus der Politik

Der ehemalige bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber ging in seinem Vortrag auf die Frage ein, wie es – insbesondere im globalen Kontext – gelingen kann, das Streben nach Wohlstand mit Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes zu vereinbaren. Für die Politik gibt es seinen Ausführungen nach drei Optionen an diesem Punkt tätig zu werden: über Verbote, indem Anreize geschaffen werden oder indem auf die Vernunft der Verbraucher gesetzt wird. In diesem Sinne appellierte er an die Verbraucher den Faktor Nachhaltigkeit stärker Rechnung zu tragen: „Der Verbraucher entscheidet in der Marktwirtschaft.“

Diskussion: Braucht es die öko-soziale Marktwirtschaft?

In der abschließenden Podiumsdiskussion gab Dr. Dieter Vollkommer, VP Corporate Responsibility von der Siemens AG einen Einblick, wie mit dem Faktor Nachhaltigkeit in der unternehmerischen Praxis umgegangen wird. So hat sich die Siemens AG selbst das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu sein. Er betonte, dass es aus Unternehmenssicht vernünftig ist nachhaltig zu agieren, da sich so oftmals ein Business Case erzielen lässt, z. B. wenn der Stromverbrauch reduziert wird und so Kosten eingespart werden.

Außerdem appellierte er, Nachhaltigkeit gezielt auch als Chance für deutsche Unternehmen zu begreifen. Seiner Auffassung nach besteht die gute Chance, durch den Export klimafreundlicher Produkte zum globalen Marktführer zu werden – dafür braucht es aber auch zu verlässliche Investitionsrahmenbedingungen, um eine entsprechende Nachfrage zu schaffen.

Bertram Brossardt betonte abschließend, dass die deutsche Industrie bei den CO2-Einsparungen gut vorangekommen ist. Wachstum ist und bleibt aber die Grundvoraussetzung um soziale und ökologische Ziele zu erreichen.

Rückblick

Rückblick – Die öko-soziale Marktwirtschaft auf dem Prüfstand
am 14.11.2019 in München

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Ansprechpartner
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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung

+49 (0)89-551 78-214
Beate Neubauer

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