Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2017

Preisverleihung

Rückblick - Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft

Den Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft haben in diesem Jahr drei Nachwuchswissenschaftler für ihre Beiträge zur Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft erhalten. In ihren Dissertationen präsentierten die Preisträger innovative Lösungsvorschläge für aktuelle wirtschaftspolitische Herausforderungen – Vielfalt und Wettbewerb in Europa, Finanz- und Schuldenkrise und Effektivitätssteigerung des gemeinnützigen Sektors.

Der mit insgesamt 35.000 Euro dotierte Forschungspreis wird von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. unterstützt und gefördert. In seinem Grußwort hebt vbw Präsident Alfred Gaffal die Bedeutung des Roman Herzog Forschungspreises für die Wirtschaft hervor.

Neue Ideen bewähren sich nur in der Praxis

Der erste Preis ging an Dr. Julian F. Müller für seine Dissertation „Polycentric Democracy. Making Use of Diversity“. In seiner Arbeit plädiert der Philosoph dafür, mehr Wettbewerb in politischen Fragen zuzulassen. In einer modernen Demokratie stelle die Vielfalt ethischer und sozioökonomischer Vorstellungen keine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar, sondern sei ein Motor für Fortschritt. In Deutschland und Europa müsse es mehr Freiräume für Sozialexperimente und institutionelle Konkurrenz geben, damit Ideen sich in der Praxis bewähren könnten.

Impulse für den Fortbestand der gemeinsamen Währungsordnung

Den zweiten Preis erhielt Dr. Ekkehard Köhler für seine Dissertation „Essays on Fiscal and Monetary Policy”. Der Ökonom zeigt anhand mehrerer Forschungsarbeiten, dass eine stabile Fiskalpolitik der EWU-Mitgliedstaaten entscheidend für den Fortbestand der gemeinsamen europäischen Währungsordnung ist.

Skandale und Fehlverhalten schaden dem Ansehen der Sozialen Marktwirtschaft

Der dritte Preis wurde Dr. Friedrich von Schönfeld für seine Dissertation „Leitungs- und Kontrollstrukturen in gemeinnützigen Organisationen“ verliehen. Seinen Untersuchungen zufolge würde ein einheitlicher Kodex die Transparenz im Non-Profit-Sektor erhöhen und die Kontrollfunktion des Wettbewerbs stärken. Dadurch könnten die gemeinnützigen Organisationen effektiver arbeiten.

Ökonomische Perspektiven in Zeiten von Brexit und Trump

Prof. Dr. Isabel Schnabel, Professorin für Finanzmarktökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Mitglied der fünf Wirtschaftsweisen, hielt die Festrede. Sie unterstrich, dass die Integration innerhalb der EU durch Skepsis und Reformunwille gefährdet werde und dadurch Protektionismus-Tendenzen entstünden. Diese Versäumnisse bei der Reformfähigkeit, wenig Durchhaltevermögen und wirtschaftliche Unsicherheiten verstärkten die Skepsis und führten zu Entscheidungen wie Brexit und Trump. Sie appellierte an die Bundesregierung. Deutschland müsse sich als offene, technologisch orientierte Volkswirtschaft präsentieren. Auf europäischer Ebene trat sie für mehr Systemwettbewerb, mehr Freihandel, bessere Klimapolitik und mehr Eurostabilität ein.


Rückblick

Rückblick - Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft
am 12.07.2017 in München

Bilder (7)

vbw Präsident Alfred Gaffal begrüßt die Gäste
Prof. Randolf Rodenstock beim Eröffnungsgespräch
In Memoriam Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog
Die drei Preisträger
Generationentalk
Gruppenbild

Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Nese Sevsay-Tegethoff

Geschäftsführerin Roman Herzog Institut

+49 (0)89-551 78 91-755
Nese Sevsay-Tegethoff

  Zur Veranstaltungsübersicht

Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben