Letzte Aktualisierung: 08. April 2020

Information

Fristverlängerung der Unternehmensbefragung im Rahmen des NAP

Am 02. März 2020 ist im Rahmen des Monitoringprozesses zur Umsetzung der Anforderungen aus dem nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) die zweite Unternehmensbefragung gestartet.

Diesmal wurden 2.200 Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern angeschrieben und haben eine Email mit einem Link zum Online-Fragebogen erhalten, um Auskunft über bestehende menschenrechtliche Sorgfaltsprozesse zu geben. Parallel wurden die jeweiligen Geschäftsführungen per Brief informiert. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen wurde die Frist zur Rückmeldung jetzt bis zum 29. Mai 2020 verlängter.

Den Fragebogen finden Sie im Downloadbereich. Ziel ist es herauszufinden, wie Unternehmen den im NAP skizzierten Anforderungen an menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in der gesamten Wertschöpfungskette nachkommen. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Da die Ergebnisse des Monitorings aber Einfluss darauf haben werden, ob gesetzliche Vorgaben zu Sorgfaltspflichten entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten beschlossen werden, bitten wir um eine Teilnahme an der Befragung.

Bewertungssystem

Grundsätzlich werden Unternehmen entweder als „Erfüller“ oder „Nicht-Erfüller“ gewertet. Als „Erfüller“ gilt nur, wer alle Kernelemente einer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, die im NAP beschrieben werden, erfüllt. Die Bewertung erfolgt auf Basis der Selbstauskünfte der Unternehmen, die durch das Konsortium anhand von öffentlich zugänglichen Informationen und einer strukturierten Medienanalyse verifiziert werden. Bei der Beantwortung der Fragen kann ein „Comply or explain" – Mechanismus genutzt werden.

Zusätzlich wurden nun zwei weitere Kategorien geschaffen, in die Unternehmen eingeordnet werden können, die noch nicht alle Anforderungen erfüllen. So soll eine Gruppe „Unternehmen mit Umsetzungsplanungen“ geschaffen werden für die Unternehmen, die noch nicht alle Vorgaben des NAP zum Zeitpunkt der Erhebung umgesetzt, jedoch eine konkrete Planung zur Umsetzung bis zum Ende des Jahres 2020 vorgelegt haben. Die Gruppe wird vom Konsortium im Endbericht im Sommer 2020 nicht bzgl. der Frage „Erfüller“/“Nicht-Erfüller“ bewertet werden. Anfang 2021 soll überprüft werden, ob die geplanten Maßnahmen von diesen Unternehmen umgesetzt wurden und der Bericht entsprechend ergänzt werden.

Zudem soll es die Kategorie "Unternehmen auf einem guten Wege" geben. Diejenigen Unternehmen, die über den gesamten Fragebogen hinweg höchstens drei Fragen nicht entsprechend dem Anforderungsrahmen beantwortet und keine ausreichende Erklärung im Rahmen von „Comply or explain“ hierfür abgegeben haben, sollen gesondert betrachtet werden. Fragen, die essenziell für die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfalt sind, müssen in jedem Fall entsprechend ihrem Anforderungsrahmen beantwortet werden. „Unternehmen auf einem guten Weg“ müssen insbesondere das Merkmal „Existenz“ immer erfüllen. Auch muss sich insgesamt die Umsetzung der Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfalt – insbesondere im Vergleich zu Unternehmen mit ähnlichen Merkmalen in Bezug auf Branche, Größe usw., die den Anforderungsrahmen vollständig umgesetzt haben, – auf einem hohen Niveau bewegen. Diese Kategorie wird in der Ergebnisdarstellung gesondert ausgewiesen, spielt also für die Frage "Erfüller/Nicht-Erfüller" keine Rolle. Bis zur Vorlage des Schlussberichts im Sommer 2020 soll der Interministerielle Ausschuss über eine abweichende Würdigung entscheiden.

Das Konsortium wird auch in der Gruppe der nicht antwortenden Unternehmen untersuchen, ob es Maßnahmen zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten gibt. So soll festgestellt werden, ob bei den Ergebnissen der Befragung eine Selektionsverzerrung vorliegt.

Einschätzung

Die Anforderung der Befragung sind hoch. Dennoch sollten sich möglichst viele der angeschriebenen Unternehmen an der Befragung beteiligen, um so ein Signal zu senden, dass sich die Unternehmen mit den Anforderungen an menschenrechtliche Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungsketten auseinandersetzen. Das gilt gerade auch deshalb, weil gesetzgeberische Aktivitäten in diesem Bereich immer wahrscheinlicher werden und ein schlechtes Ergebnis der Befragung zum NAP diesen Bestrebungen Vorschub leistet.

Bei Fragen zu dem Monitoring können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Publikationen
u
Umfrage
Fragen zweite Unternehmensbefragung Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitswirtschaft, FKS+

+49 (0)89-551 78-214
Beate Neubauer
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben