Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2018

Position

Zukunft der industriellen Wertschöpfung in Deutschland und Bayern

Deutschland und Bayern sind industrielle Spitzenstandorte. Sie haben sich erfolgreich dem allgemeinen Trend der De-Industrialisierung entzogen. Die heimischen Industrieunternehmen sind auf den Weltmärkten erfolgreich und sorgen für erhebliche Wertschöpfung und Beschäftigung im Inland.

Die Industrie in Deutschland und Bayern

Die Industrie bildet zusammen mit dem Dienstleistungsverbund das Fundament der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands und Bayerns. Sie hat ein überdurchschnittlich hohes Gewicht und ist damit die unverzichtbare Basis des Erfolgs unserer gesamten Volkswirtschaft.

Bayern ist ein industrieller Spitzenstandort. Im vom IW Köln jährlich durchgeführten internationalen Vergleich der Industriestandorte belegte der Freistaat im Niveau-Ranking zuletzt den vierten Platz. In fünf von sechs Kategorien liegt der Freistaat unter den TOP 10. Deutschland insgesamt ist knapp hinter dem Freistaat auf Rang 5 platziert.

Die mittelfristigen Trends

Die Industrie ist kein Auslaufmodell. Die weltweite Nachfrage nach Industriegütern wird weiter zunehmen, was der bayerischen Industrie weiterhin Absatzmöglichkeiten eröffnet. Dazu müssen sich die Unternehmen aber dem sich ändernden Wettbewerbsumfeld, den technologischen Entwicklungen und den sonstigen Trends und Herausforderungen stellen.

  • Die globale Nachfrage nach Industriegütern wird weiter zunehmen, wenn auch weniger dynamisch als in den zurückliegenden Jahren.
  • Der Trend zur Zerlegung und Internationalisierung der Wertschöpfungsketten geht weiter.
  • Die demografische Entwicklung stellt eine große Herausforderung für unsere Industrie dar.
  • Einer der wichtigsten Einflussfaktoren der künftigen Entwicklung der Industrie ist die Digitalisierung, de zu grundlegenden Strukturveränderungen führen kann.
  • Der Trend zur so genannten hybriden Wertschöpfung, also der Bündelung von Industriewaren und Dienstleistungen, wird sich intensivieren.
  • Die für Bayern wichtigsten Branchen Kraftfahrzeug- und Maschinenbau werden auch in Zukunft von Bedeutung sein. Doch der technologische Wandel rückt noch weitere Branchen in den Fokus.
  • Weitere wichtige Wettbewerbsfaktoren sind der steigende Bedarf an Verkehrs-, IT- und Bildungsinfrastruktur, das zunehmende Lohnniveau sowie die Verteuerung von Energie.

Die Position der vbw

Die vbw setzt auf eine leistungsstarke und wettbewerbsfähige Industrie. Damit Bayern auch in Zukunft ein erfolgreicher Industriestandort ist, müssen sich Unternehmen und Arbeitnehmer ebenso wie Gesetzgeber und Tarifparteien den Trends und Herausforderungen stellen:

  • Auf eine starke Industrie als Basis für Wachstum und Beschäftigung setzen
  • Den Strukturwandel mit und in der Industrie bewältigen
  • Auf F+E und Innovationen setzen
  • Die Potenziale der Digitalisierung nutzen
  • Das Produktportfolio auf globale Megatrends ausrichten
  • Die Exportstrategie und die Erschließung neuer Märkte fortsetzen
  • Auf offene Märkte und Freihandel setzen
  • Die Internationalisierung der Wertschöpfungsketten offensiv angehen
  • Die Standortfaktoren kontinuierlich verbessern: Arbeitskosten begrenzen, Fachkräftebedarf sichern, Verfügbarkeit von Energie sichern und Kosten begrenzen, Infrastruktur qualitativ und quantitativ verbessern, Regulierung begrenzen und Flexibilität sichern, F+E fördern, Steuersystem vereinfachen und Erhöhungen vermeiden.


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Volker Leinweber

Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen

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