Letzte Aktualisierung: 27. April 2017

Studie

Verlagerung von Wertschöpfung - Geht die Produktion ins Ausland?

Die Internationalisierung der bayerischen Industrie geht weiter. Dies hat dem Standort Bayern bislang nicht geschadet. Doch die eigentliche Dynamik findet an den Auslandsstandorten statt.

Erfolgreiche Entwicklung der bayerischen Industrie

Die Bruttowertschöpfung der bayerischen Industrie ist seit Mitte der 1990er-Jahre spürbar gestiegen. Das Wachstum fiel spürbar stärker aus als bundesweit. Auch die Beschäftigtenzahl hat sich erhöht, allerdings langsamer als im Dienstleistungssektor, sodass der Beschäftigtenanteil der Industrie zurückging.

Seit 2011 ist allerdings nur noch eine sehr schwache Produktivitätsentwicklung feststellbar. Auch der Kapitalstock der bayerischen Industrie ist seit der Wirtschaftskrise nur noch geringfügig gestiegen.

Auslandsaktivitäten der bayerischen Industrie

Der Bestand an Direktinvestitionen der bayerischen Industrie im Ausland stieg seit 1995 um das 5-fache, der inländische Kapitalstock nahm nur um das 1,4-fache zu. Von den M+E Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten produzieren bereits 57 Prozent an Auslandsstandorten, von den kleineren Unternehmen tun dies nur 12,5 Prozent.

Bei den kleineren Betrieben steht das Kostenmotiv klar im Vordergrund. Bei den größeren Unternehmen stehen das Kostenmotiv und die Markterschließung fast gleichwertig nebeneinander. Bislang hat die Auslandsproduktion kaum negative Folgen für die Inlandsstandorte. Bei 64 Prozent der Unternehmen mit Auslandsproduktion blieb die Inlandsproduktion unverändert, bei 34 Prozent stieg sie sogar dank der höheren Wettbewerbsfähigkeit an. Nur zwei Prozent haben die Inlandsproduktion reduziert.

Künftige Auslandsaktivitäten

Die Internationalisierung der Wertschöpfungsketten setzt sich fort. 29,2 Prozent der Unternehmen wollen die Einkäufe aus dem Ausland ausweiten, 10,4 Prozent wollen künftig erstmals im Ausland einkaufen. Auch die Auslandsproduktion wird weiter an Bedeutung gewinnen. Treiber sind die Unternehmen, die bereits im Ausland produzieren. Bei ihnen soll der Anteil der Auslandsinvestitionen an allen Investitionen von heute 36,3 auf 42,9 Prozent in fünf Jahren steigen.

Auch in Zukunft wird der größte Teil der Auslandsinvestitionen die Inlandsproduktion nicht tangieren. Allerdings steigt der Anteil der Unternehmen, deren Inlandsproduktion sinken wird, von derzeit zwei auf künftig sieben Prozent. Zudem investieren die Unternehmen mit Auslandsproduktion im Inland seltener in den Aus- und Aufbau von Kapazitäten (35 Prozent) als Unternehmen ohne Auslandsproduktion (57 Prozent).


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