Letzte Aktualisierung: 06. September 2016

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Lohnzusatzkosten - die Bedeutung des Wettbewerbs zwischen GKV und PKV

Lohnzusatzkosten - die Bedeutung des Wettbewerbs zwischen GKV und PKV

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Einen bislang wenig beachteten Zusammenhang im Kontext Lohnzusatzkosten bietet der Wettbewerb zwischen Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privaten Krankenversicherern (PKV). Denn in der Kranken- und Pflegeversicherung fallen je nach Versichertenstatus der Angestellten unterschiedliche Lohnzusatzkosten an. Demzufolge können Arbeitgeber durch die Koexistenz von GKV und PKV die Lohnzusatzkosten stabilisieren. Die vbw hat diese Effekte untersucht und quantifiziert. Das Papier gibt somit wichtige Hinweise über Lohnzusatzkosten und die Standortdebatte. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung sind folgende:

  • Arbeitgeber können durch die Koexistenz von GKV/SPV und PKV/PPV die Lohnzusatzkosten stabilisieren.

  • Aus Sicht der Arbeitgeber verursacht jeder privatversicherte Angestellte im Schnitt pro Jahr 1267 Euro weniger Lohnzusatzkosten – definiert als ausgewiesener Arbeitgeberbeitrag (853 Euro PKV; 414 Euro PPV).

  • Auf Deutschland hochgerechnet macht dies 1,33 Milliarden Euro jährlich aus (entspricht rechnerisch ca. 40.100 Arbeitsplätzen). Auf Bayern entfallen davon 246 Millionen Euro.

  • Der Gesamtwert der aufgrund der Existenz der Dualität aus GKV und PKV nicht entstandenen Lohnzusatzkosten addiert sich für die Unternehmen seit 1995 (Start der Pflegepflichtversicherung) auf 43,1 Milliarden Euro. Das entspricht bei dauerhafter Betriebszugehörigkeit je privatversicherten Angestellten ca. 41.400 Euro.

  • Ein Beispiel aus der bayerischen M+E Industrie: In einem real existierenden Unternehmen mit knapp 7000 Beschäftigten sind jährlich Lohnzusatzkosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro nur deshalb nicht entstanden, weil die Beschäftigten zum Teil privat versichert sind. Umgerechnet entspricht das rechnerisch ca. 35 Arbeitsplätzen. Kumuliert macht dies seit 1995 rund 41,5 Millionen Euro aus.

Von Bedeutung für die Arbeitgeber ist auch die mittelbare Wirkung des Systemwettbewerbs zwischen GKV und PKV. Er verhindert nämlich im Beitragswettbewerb um freiwillig in der GKV versicherte Arbeitnehmer eine Erhöhung oder Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV. Diese Richtungsentscheidung hätte für die Arbeitgeber weitreichende Folgen: Allein ein Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV/SPV von 49.500 Euro (2015) auf das Niveau der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (2015: 72.600 Euro) würde die Lohnzusatzkosten der Arbeitgeber in der Kranken- und Pflegeversicherung für nur einen einzelnen freiwillig GKV-Versicherten mit einem Einkommen an der neuen Beitragsbemessungsgrenze von einem Tag auf den anderen im Durchschnitt um jährlich 1.686 Euro bzw. 47 Prozent verteuern.


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Franz Niedermaier

Frauen-, Familien- und Gesundheitspolitik, Kirche/Kultur Pflegeversicherung, Krankenversicherung, BGM/BGF

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