Letzte Aktualisierung: 25. August 2016

Studie

Industriestandort Bayern im internationalen Vergleich - Niveauranking

Wie bereits in den beiden Vorjahren rangiert der Industriestandort Bayern im weltweiten Vergleich auf Platz zwei. Die Standortqualität des Freistaats ist spürbar besser als die seiner wichtigsten Wettbewerber. Doch der Vorsprung Bayerns ist leicht geschmolzen.

Starke Industrie in Bayern

Über ein Viertel der gesamten Wertschöpfung des Freistaats wird in der Industrie erzielt. Damit hat Bayern weltweit die vierthöchste Industriedichte. Während viele Länder eine De-Industrialisierung erleben, hat das Gewicht des Verarbeitenden Gewerbes in Bayern langfristig zugenommen. Dies ist mit ein Grund dafür, dass Bayern seinen Anteil an der globalen Industrieproduktion stabil halten konnte, während die anderen Industrieländer zu Gunsten der Schwellenländer verloren haben.

Industrieller Spitzenstandort Bayern

Im Vergleich der industriellen Standortqualität von 45 Staaten belegt Bayern wie bereits in den beiden Vorjahren den zweiten Rang. Deutschland insgesamt ist auf Platz vier ebenfalls sehr gut platziert. In fünf von sechs Teilbereichen liegt der Freistaat in den Top Ten. Die bedeutendsten Stärken hat der Freistaat in den Bereichen Staat (vor allem wirtschaftliche Freiheit, effiziente Regierung) Wissen (vor allem Innovationsumfeld) und Markt (vor allem Industrie-Dienstleistungsverbund, Cluster sowie breite Wertschöpfungskette). Fast am Ende der Skala rangiert Bayern hingegen im Bereich der Kosten.

Große Herausforderungen

Das Kostenthema ist die größte Herausforderung für unseren Industriestandort - vor allem in Bezug auf Arbeits- und Energiekosten. Doch auch in den anderen Bereichen muss intensiv daran gearbeitet werden, das gute Niveau nicht zu verspielen. Erste Warnsignale hierfür sendet die aktuelle Studie aus: Der Abstand Bayerns zum Erstplatzierten hat sich vergrößert und der Vorsprung vor dem Drittplatzierten ist geschmolzen. Die leichte Eintrübung zeigt sich auch an den Teil-Platzierungen. Im letzten Jahr erreichte Bayern einen zweiten und zwei dritte Plätze, diesmal sind es ein dritter und zwei vierte Plätze.

Emerging Markets: Aufholprozess der Schwellenländer

Die Stärkung unseres Industriestandorts ist eine Daueraufgabe. Dies gilt umso mehr, als wir mit zahlreichen Schwellenländern im globalen Wettbewerb stehen, die dynamisch wachsen und bezüglich der Standortqualität spürbar aufholen. Bereits heute ist China unser größter Konkurrent auf den Weltmärkten. Mexiko liegt auf Rang drei der größten Wettbewerber Bayerns, Südkorea auf Platz sechs. Zwar ist die Standortqalität derzeit in den Industrieländern deutlich höher als in den Schwellenländern. Dies liegt vor allem an der Infrastruktur und dem staatlichen Ordnungsrahmen. Doch die Emerging Markets holen kontinuierlich auf. Sie punkten vor allem mit dem niedrigen Kostenniveau.


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