Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2020

Studie

Industrielle Standortqualität Bayerns im internationalen Vergleich – Dynamikranking

Bayern ist ein starker und attraktiver Industriestandort. 27 Prozent der gesamten Wertschöpfung werden im Verarbeitenden Gewerbe erzielt. In keinem anderen Industrieland ist der entsprechende Anteil höher.

Industriestandort Bayern entwickelt sich leicht unterdurchschnittlich

In der vorliegenden Studie wurde die Entwicklung der Standortqualität im Zeitraum 2005 bis 2017 untersucht. Der Freistaat kommt im Dynamik-Ranking auf Rang 20 und ist damit neun Ränge besser platziert als im Vorjahr. Die Standortbedingungen entwickelten sich in Bayern etwas schlechter als im Durchschnitt der 45 untersuchten Wettbewerber.

Dies liegt einerseits am bereits erreichten Niveau – in diesem Ranking liegt der Freistaat auf Rang zwei. Außerdem gibt es nur wenige fortgeschrittene Industrieländer, die eine höhere Standortdynamik aufweisen als Bayern. Im Wesentlichen sind Schwellenländer vor dem Freistaat platziert. Dennoch zeigt das Ergebnis, dass die Wettbewerber aufholen.

Gute Entwicklung bei Infrastruktur, Staat und Ressourcen – Kosten bleiben größtes Probem

Eine überdurchschnittliche Entwicklung konnte der Standort Bayern vor allem im Bereich Infrastruktur erreichen, obwohl der Freistaat hier im Niveauranking bereits in den TOP-5 liegt. Ebenfalls leicht überdurchschnittliche Werte erzielte Bayern in den Bereichen Staat und Ressourcen.

Besonders problematisch ist die Kostensituation am Industriestandort Bayern. Hier liegt der Freistaat im Niveau-Ranking bereits auf Rang 40 und im Dynamik-Ranking nun auf Platz 42. Das heißt, dass sich der Abstand zu den Wettbewerbern weiter verschlechtert. Verantwortlich dafür sind in erster Linie hohe Arbeits- und Energiekosten sowie die Steuerbelastung.

China als größte Herausforderung

Stellt man die Dynamik der Standortqualität der Länder ihrer Wettbewerbsintensität mit Bayern gegenüber, so zeigt sich, dass China die mit Abstand größte Herausforderung für Bayern darstellt. Zum einen weist China seit Jahren die stärkste Dynamik bei der Standortqualität auf, zum anderen besteht zwischen China und Bayern die höchste Wettbewerbsintensität.

Weitere Länder mit einer überdurchschnittlichen Standort-Dynamik und mit einer überdurchschnittlichen Wettbewerbsintensität sind Mexiko, Südkorea und die Schweiz. Mit Kanada, den USA und Japan besteht eine hohe Wettbewerbsintensität, diese Länder haben aber eine unterdurchschnittliche Dynamik der Standortqualität.


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