Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2015

Studie

Digitalisierung als Rahmenbedingung für Wachstum

Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran, selbstverständlich auch in den Unternehmen. Deshalb hatte die vbw vor zwei Jahren die Prognos AG beauftragt, die Entwicklung und Diffusion der Digitalisierung in der Wirtschaft zu untersuchen und ihre Bedeutung für das Wirtschaftswachstum zu quantifizieren. Die Ergebnisse der aktualisierten Studie verstärken die damals gewonnenen Ergebnisse.

Entwicklung der Digitalisierung

Die Kernbereiche der Digitalisierung gelten der Computertechnologie, IT-Methoden für Managementaufgaben, die Halbleitertechnik, die digitale Kommunikation sowie audio-visuelle Technologien. Die Anzahl der Patente in diesen Kernbereichen sind weltweit massiv von 3.000 im Jahr 1990 auf 25.000 im Jahr 2000 und fast 45.000 im Jahr 2012 gestiegen.

Der Digitalisierungsgrad der Wirtschaft, also der Anteil digitaler Patente an allen Patenten, stieg von gut 15 Prozent im Jahr 1991 auf 23 Prozent. Allerdings hat dieser Anstieg im Wesentlichen von 1995 bis 2003 stattgefunden. Seitdem steigt der Digitalisierungsgrad nur noch moderat.

Digitalisierungsrade nach Industriebranchen

In allen Wirtschaftsbereichen sind die Digitalisierungsgrade im Zeitablauf kräftig gestiegen. Dies gilt für die Produkt- und die Prozessebene. In den stark digitalisierten Wirtschaftszweigen dominieren auf der Produktebene vor allem die Dienstleistungsbranchen. Die meisten Industriebranchen weisen einen mittleren bis unterdurchschnittlichen Digitalisierungsgrad auf. Dies liegt unter anderem daran, dass in Industrieprodukten noch zahlreiche weitere, nicht-digitale Patente stecken.

Betrachtet man die Prozessebene, indem man die Digitalisierungsgrade der Vorleistungen einbezieht, so liegt der Digitalisierungsgrad in den Industriebranchen höher. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Industrie digitalisierte Dienstleistungen nutzt, um ihre Produktionsprozesse zu optimieren.

Die Betrachtung ausgewählter EU-Staaten zeigt, dass der Digitalisierungsgrad in Deutschland auf Branchenebene alles in allem etwas höher ist als in Italien und Frankreich. Großbritannien weist in etwa ähnliche Digitalisierungsgrade auf wie Deutschland.

Digitalisierung wirkt sich positiv auf wirtschaftliches Wachstum auf

Die zunehmende Digitalisierung hat einen signifikant positiven Effekt auf das Wachstum der Wertschöpfung. Die Studie zeigt, dass die Digitalisierung für 0,6 Prozentpunkte der jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate der Bruttowertschöpfung verantwortlich ist. Das sind 0,1 Punkte mehr als in der Studie vor zwei Jahren berechnet. In der der Industrie war der Wachstumsbeitrag mit 0,4 Prozentpunkte etwas geringer.

Digitalisierung in Bayern

Auch in Bayern liegt der Beitrag der Digitalisierung zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei 0,6 Prozentpunkten. Dieser Beitrag gilt auch für die bayerische Industrie, womit die Digitalisierung hier einen größeren Wachstumseffekt hat als auf Bundesebene.

Die Studie Digitalisierung als Rahmenbedingung für Wachstum steht Ihnen anbei zur Verfügung. Zudem finden Sie auf dieser Seite einen Ergänzungsband, in dem die Methodik der Studie erläutert wird.

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Ergänzungsband: Methodik der Studie Digitalisierung als Rahmenbedingung durch Wachstum

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