Letzte Aktualisierung: 30. Mai 2018

Studie

Digitalisierung als Rahmenbedingung für Wachstum

Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran, selbstverständlich auch in den Unternehmen. Deshalb hatte die vbw vor zwei Jahren die Prognos AG beauftragt, die Entwicklung und Diffusion der Digitalisierung in der Wirtschaft zu untersuchen und ihre Bedeutung für das Wirtschaftswachstum zu quantifizieren. Die Ergebnisse der aktualisierten Studie verstärken die damals gewonnenen Ergebnisse.

Entwicklung der Digitalisierung

Als Kernbereiche der Digitalisierung sind die Computertechnologie, IT-Methoden für Managementaufgaben, die Halbleitertechnik, die digitale Kommunikation sowie audio-visuelle Technologien zu sehen. Die Anzahl der Patente in diesen Kernbereichen sind weltweit massiv von 3.000 im Jahr 1990 auf 50.000 gestiegen.

Der Digitalisierungsgrad der Wirtschaft, also der Anteil digitaler Patente an allen Patenten, stieg von gut 15 Prozent im Jahr 1991 auf 23 Prozent. Allerdings hat dieser Anstieg im Wesentlichen von 1995 bis 2003 stattgefunden. Seitdem steigt der Digitalisierungsgrad nur noch moderat.

Digitalisierungsrade nach Industriebranchen

In allen Wirtschaftsbereichen sind die Digitalisierungsgrade im Zeitablauf kräftig gestiegen. Dies gilt sowohl für die Produkt- als auch die Prozessebene. In den stark digitalisierten Wirtschaftszweigen dominieren auf der Produktebene vor allem die Dienstleistungsbranchen. Die meisten Industriebranchen weisen einen mittleren bis unterdurchschnittlichen Digitalisierungsgrad auf. Dies liegt unter anderem daran, dass in Industrieprodukten noch zahlreiche weitere, nicht-digitale Patente stecken.

Betrachtet man die Prozessebene, indem man die Digitalisierungsgrade der Vorleistungen einbezieht, so liegt der Digitalisierungsgrad in den Industriebranchen höher. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Industrie digitalisierte Dienstleistungen nutzt, um ihre Produktionsprozesse zu optimieren.

Digitalisierung wirkt sich positiv auf wirtschaftliches Wachstum auf

Die zunehmende Digitalisierung hat einen signifikant positiven Effekt auf das Wachstum der Wertschöpfung. Die Studie zeigt, dass die Digitalisierung für 0,5 Prozentpunkte der jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate der Bruttowertschöpfung verantwortlich ist. In der Industrie war der Wachstumsbeitrag mit 0,6 Prozentpunkte noch etwas höher. In Bayern liegt der Beitrag der Digitalisierung zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei 0,4 Prozentpunkten.

In Japan ist der Wachstumsbeitrag der Digitalisierung besonders groß

In den untersuchten Vergleichsländern USA, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Japan und Südkorea haben die Digitalisierungsgrade eine ähnliche Größenordnung wie in Deutschland. Der Beitrag der Digitalisierung zum Wachstum fällt in Japan mit 0,7 Prozentpunkten am größten aus. In Südkorea und in den USA beträgt der Wachstumsbeitrag 0,6 Punkte, in Frankreich 0,5 und in UK 0,4 Prozentpunkte.


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Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen

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