Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2019

Position

Die Position der vbw zur aktuellen Automobildiskussion

Der Weg zu einer innovativen, emissionsarmen Mobilität führt nicht über Verbote, sondern über Anreize und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Nur so können wir die Mobilität der Zukunft erfolgreich gestalten.

Position der vbw

Die Position der vbw lässt sich im Kern wie folgt zusammenfassen:

  • Fahrverbote darf es bei uns nicht geben. Ziel müssen Lösungen sein, die allen Verkehrsteilnehmern und Bürgern nutzen (z. B. Verkehrsleitsysteme, Verkehrsflusssteuerung, Parkraummanagement, Plattformen zur verkehrsträgerübergreifenden Vernetzung).
  • Technologieoffenheit: Verbesserungen finden bei allen Antriebssystemen statt und müssen weiter forciert werden; Hemmnisse für einzelne Antriebstechnologien und Mobilitätskonzepte müssen abgebaut werden. Nationale Quoten etc. sind abzulehnen. Ein wesentlicher Teil der Lösung muss eine Strategie sein, die Effizienz und Klimafreundlichkeit technologieoffen über alle Antriebe und Kraftstoffe steigert. Insbesondere in Biokraftstoffen und innovativen regenerativen Kraftstoffen (sog. E-Fuels) liegt erhebliches CO2-Reduktionspotenzial. Es sind unter anderem folgende Maßnahmen erforderlich:
    • Eigenes KI-Zentrum in Bayern mit autonomen Fahren als einem der Schwerpunkte
    • Batteriezellforschung und eigene Produktion am Standort (nächste oder übernächste Generation, Einstieg aber umgehend erforderlich)
    • Infrastrukturausbau, der modernsten Ansprüchen genügt (u. a. Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge, Kommunikationstechnologie an Verkehrswegen)
  • Deutsche Alleingänge zum Klimaschutz sind nicht effektiv, schaden aber Standort und Unternehmen
  • Staat und Kommunen müssen
    • Anreize für einen freiwilligen Umstieg auf emissionsärmere Fahrzeuge schaffen, etwa mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos,
    • im eigenen Zuständigkeitsbereich, z. B. ÖPNV, die Emissionsreduktion vorantreiben,
    • innovationsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen für die Industrie schaffen, um umweltfreundliche Mobilität weiterzuentwickeln.

Dieselfahrverbote sind keine sinnvolle Handlungsalternative

Fahrverbote müssen mit Blick auf ihre Auswirkungen auf den Wirtschaftsverkehr (z. B.: Handwerker, Zulieferer) und Private (z. B. Pendler) die Ultima Ratio bleiben. Fahrverbote wären eine große Belastung für die Wirtschaft, wie eine Umfrage der IW Consult GmbH im Auftrag der vbw unter 980 bayerischen Unternehmen aus dem Sommer 2018 zeigt. Für 56,5 Prozent der Betriebe wären innerstädtische Fahrverbote für den Kundenverkehr eine große oder mittlere Belastung. Sollte der Lieferverkehr ausgeschlossen werden, gilt dies sogar für 60,3 Prozent.

Ein regulativ erzwungener vorzeitiger Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ist falsch

Der Verbrennungsmotor ist nach wie vor eine wesentliche Antriebstechnik. Seine technologieoffene Weiterentwicklung muss gewährleistet sein. Der staatlich erzwungene Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor wäre falsch. Die bayerischen Arbeitgeberverbände vbw bayme vbm haben zwei Studien beauftragt, die aus verschiedenen Perspektiven Auswirkungen des Wandels in der Automobilindustrie für die Unternehmen im Freistaat analysieren. Beide wurden am 25. September 2018 vorgestellt und diskutiert. In der Studie Zukünftige Herausforderungen für die bayerische Automobilindustrie von Prof. Ferdinand Dudenhöffer (CAR Center Automotive Research, Universität Duisburg-Essen) wird basierend auf einer Befragung von Zulieferern untersucht, wie sich Umsätze und Beschäftigung bei einem durch Regulierung beschleunigten bzw. einem moderaten Hochlauf der Elektromobilität bis zum Jahr 2040 entwickeln, und ob davon eine Gefährdung für die Unternehmen ausgeht. Die Studie Veränderungen der bayerischen Automobilindustrie durch automobile Megatrends von der IW Consult GmbH und dem Fraunhofer IAO analysiert Struktur und wirtschaftliche Bedeutung des „Auto-Clusters Bayern“ und stellt das Portfolio der bayerischen Unternehmen der Marktentwicklung bei den wichtigsten trendabhängigen Systemen gegenüber, also denjenigen Bauteilen, die besonders von Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung betroffen sind. Kernergebnisse der Studien sind:

  • dass Bayern im kommenden Jahrzehnt mit dem Markt wachsen kann und Autos mit Verbrennungsmotor dabei weiterhin eine gewichtige Rolle spielen werden
  • dass in etwa zehn Jahren eine Trendwende einsetzt und Elektromobilität viel wichtiger wird, gleichzeitig aber auch automatisierte und autonome Fahrfunktionen
  • dass Bayern im Wandel einen Startvorteil hat: unsere Unternehmen sind im weltweiten Vergleich stärker auf die dynamisch wachsenden Systeme spezialisiert, und weniger stark auf die übrigen.

Innovationen sind der Schlüssel des Erfolgs

Die deutschen Hersteller sind sowohl bei den Verbrennungsmotoren und deren stetiger Verbesserung als auch bei der Elektromobilität und bei automatisiertem und vernetztem Fahren sehr gut aufgestellt. Insbesondere Bayern ist führender Technologieanbieter bei Fahrzeugen und arbeitet daran, diese Position zu halten. Der Staat muss Innovationen auf diesen Zukunftsfeldern gezielt unterstützen. Dazu zählt nicht zuletzt die steuerliche Forschungsförderung unabhängig von der Unternehmensgröße. In den Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft zur Zukunft der bayerischen Automobilindustrie von Dezember 2017 wird darauf hingewiesen, dass der Rechtsrahmen Innovationen nicht nur zulassen, sondern fördern muss und laufend auf mögliche Innovationshemmnisse zu überprüfen ist. Kerngedanke muss Technologieoffenheit sein.


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