Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2017

Studie

Die Bedeutung von Near Sourcing für Bayern

Die EU-Osterweiterung vor über zehn Jahren hat sich nicht negativ auf die Wirtschaftsentwicklung in Bayern ausgewirkt – auch nicht in den Regionen an der Grenze zur Tschechischen Republik. Dies zeigt die vbw Studie zum Near Sourcing. Damit sind Einkauf und Produktion in den nahegelegenen Ländern Mittel- und Osteuropas (MOE) gemeint.

Positive Wirtschaftsentwicklung in ganz Bayern

Seit der EU-Osterweiterung ist in allen Regionen Bayerns die Arbeitslosigkeit gesunken - in den grenznahen Regionen sogar überdurchschnittlich stark. Auch der industrielle Wertschöpfungsanteil hat sich erhöht. Allerdings ging die Einwohnerzahl in den Grenzregionen zurück. Es hat ein struktureller Wandel stattgefunden, wobei in den lohnkostensensiblen Branchen Beschäftigung verloren ging. Dieser Prozess ist inzwischen abgeschlossen.

Mittel- und Osteuropa als Markt und Standort

Die bayerische Wirtschaft ist eng mit MOE verflochten. 2016 gingen 16 Prozent der bayerischen Exporte nach MOE, 33 Prozent der Importe kamen aus der Region. Rund ein Viertel der bayerischen Industrieunternehmen produziert in MOE oder kauft dort ein, von den großen Industrieunternehmen sind es fast 40 Prozent.

Near Sourcing Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Weniger als 30 Prozent der Industrieunternehmen sehen das Near Sourcing Potenzial in MOE bereits ausgeschöpft. Dennoch dürfte das Near Sourcing in den kommenden Jahren nur moderat ausgeweitet werden. Weniger als 20 Prozent der Industrieunternehmen wollen in den kommenden fünf Jahren mehr in MOE einkaufen oder dort produzieren. Die Attraktivität der MOE-Staaten als Standort für Near Sourcing hängt davon ab, wie sich die Rahmenbedingungen in Bayern entwickeln. Diese werden von den Unternehmen insgesamt sehr gut bewertet. Kritisch werden jedoch die Punkte Flächenverfügbarkeit, Fachkräfteversorgung und Arbeitskosten gesehen.


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Volker Leinweber

Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen

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