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    Letzte Aktualisierung: 08. Januar 2016

    Position

    Deutschland im internationalen Arbeitskostenwettbewerb

    Die Arbeitskosten sind wesentlich entscheidend für die Frage, wo industrielle Wertschöpfung stattfindet und wo Beschäftigung generiert wird. Denn sie sind einer der wenigen regional variablen Kostenelemente. Andere Kostenarten, beispielsweise für Material oder Rohstoffe, sind an allen Standorten nahezu gleich.

    Im Jahr 2014 summierten sich die Arbeitskosten in der westdeutschen Industrie auf durchschnittlich 39,97 Euro pro Arbeitnehmer und Stunde. Gegenüber den übrigen Industrieländern hat Westdeutschland damit einen Kostennachteil von über 21 Prozent. Verglichen mit den mittel- und osteuropäischen Staaten sowie den Schwellenländern in Asien und Lateinamerika ist der Kostenabstand noch weit größer.

    Gerade für einen international ausgerichteten und im globalen Wettbewerb stehenden Standort wie Deutschland oder Bayern stellt das hohe Niveau der industriellen Arbeitskosten eine erhebliche Belastung für Wertschöpfung und Beschäftigung dar. Die Position der vbw umfasst sieben Punkte, mit denen wir diese große Herausforderung bewältigen können. Zum einen geht es darum, wie das hohe Kostenniveau vor allem durch mehr Flexibilität und eine höhere Produktivität kompensiert werden kann. Zum anderen ist es aber das klare Ziel, den Kostennachteil abzubauen.

    • Die tariflichen Entgelterhöhungen müssen dauerhaft moderat ausfallen.
    • Die Personalzusatzkostenquote muss stabilisiert und mittelfristig gesenkt werden.
    • Die Einführung eines allgemeinen, staatlich festgesetzten Mindestlohns muss unterbleiben.
    • Durch eine internationale Verteilung der Wertschöpfungskette können die Unternehmen die Kostenvorteile anderer Standorte ausnutzen und somit ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit insgesamt erhöhen.
    • Für stabile beziehungsweise sinkende Lohnstückkosten muss die Produktivität im selben Umfang beziehungsweise noch stärker steigen als die Arbeitskosten.
    • Dem Nachteil des hohen Kostenniveaus muss durch mehr Flexibilität entgegengewirkt werden.
    • Auch andere industrielle Kostenarten, vor allem Energie- und Bürokratiekosten, müssen begrenzt werden.


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