Letzte Aktualisierung: 26. April 2018

Position

Deutschland im internationalen Arbeitskostenwettbewerb

Die Arbeitskosten sind ganz wesentlich entscheidend für die Frage, wo industrielle Wertschöpfung stattfindet und wo Beschäftigung generiert wird. Denn sie sind eine der wenigen regional variablen Kostenelemente.

Im Jahr 2016 summierten sich die Arbeitskosten in der Industrie auf gut 42,00 Euro pro Arbeitnehmer und Stunde. Damit liegen die industriellen Arbeitskosten um fast ein Viertel höher als im Schnitt der anderen Industrieländer. In den letzten Jahren hat sich unsere Wettbewerbsposition verschlechtert, da die Arbeitskosten schneller gestiegen sind als in den meisten anderen Volkswirtschaften und auch deutlich schneller gewachsen sind als die Produktivität.

Gerade für einen international ausgerichteten und im globalen Wettbewerb stehenden Standort wie Deutschland oder Bayern stellt das hohe Niveau der industriellen Arbeitskosten eine erhebliche Belastung für Wertschöpfung und Beschäftigung dar. Deshalb gilt es, einerseits den Abstand bei den Arbeitskosten abzubauen und andererseits den Kostennachteil durch mehr Flexibilität und eine höhere Produktivität auszugleichen.

  • Die Lohnpolitik muss dauerhaft moderat ausfallen, indem sie sich am gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt orientiert und das Kostenniveau in anderen Ländern im Blick hat.
  • Die Personalzusatzkostenquote muss stabilisiert und mittelfristig gesenkt werden.
  • Die Internationalisierung der Wertschöpfungskette geht nicht zu Lasten der inländischen Wertschöpfung, sondern hilft den Unternehmen, ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
  • Die Produktivität muss mindestens so stark steigen wie die Arbeitskosten. Der entscheidende Treiber hierfür ist der technische Fortschritt, insbesondere die Digitalisierung.
  • Dem Nachteil des hohen Kostenniveaus muss durch mehr Flexibilität entgegengewirkt werden: durch Flexibilität beim Entgelt ebenso wie durch Flexibilität bei Arbeitszeit, Personaleinsatz und Wertschöpfung.
  • Alle für die industrielle Wertschöpfung relevanten Kostenelemente am Inlandsstandort müssen begrenzt werden.


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