Letzte Aktualisierung: 12. April 2018

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US-Steuerreform, deutscher Außenhandel und Investitionsgeschehen

Die US-Steuerreform bringt für die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen den USA und Deutschland bzw. Bayern wichtige Effekte mit sich.

Starke Impulse für Exporte vor allem von Investitionsgütern in die USA

Mit der im internationalen Vergleich jetzt niedrigeren Besteuerung von Unternehmenserträgen, Sofortabschreibung und besonderen Vorteilen für F+E werden Investitionen in den USA hoch attraktiv. Steuerliche Anreize zur Rückführung alter Auslandsdividenden (ca. 2,5 Billionen US-$, etwa das 20-fache der jährlichen deutschen Exporte in die USA) und die Steuerfreiheit künftiger Auslandsdividenden in den USA stärken die Investitionsmöglichkeiten von US-Unternehmen in den USA deutlich. Beides zusammen dürfte die für die deutsche Wirtschaft interessante US-Nachfrage nach Investitionsgütern spürbar beflügeln.

Die Senkung der Einkommensteuer dürfte auch den Konsum in den USA ankurbeln. Auch davon können deutsche Exporteure profitieren.

Das mit der Reform verbundene zusätzliche Haushaltsdefizit spült den USA im Fall steigender Auslandsverschuldung Devisen zu. Das erhöht das Importpotenzial.

Exportpotenzial der USA steigt

Die Steuerentlastung erlaubt US-Unternehmen, Preise zu senken. Auch dank höherer Investitionen dürfte die Wettbewerbsfähigkeit der US-Industrie steigen. Beides stärkt das Exportpotenzial der US-Unternehmen. Abzuwarten bleibt, ob entsprechend bessere Angebote von US-Unternehmen im US-Binnenmarkt den Import dämpfen.

Deutsche Direktinvestitionen in den USA werden attraktiver, begegnen aber auch Hürden - Verlagerungen können kritisch sein

Mit der US-Steuerreform steigt der steuerliche Anreiz für deutsche Direktinvestitionen in den USA spürbar. Allerdings können neue komplexe steuerliche Regelungen der USA in diesem Zusammenhang hinderlich wirken. Bei Investitionen im Bestand müssen aufgrund dieser Restriktionen ggf. speziell Finanzierungen und Lizenzbeziehungen zu deutschen Konzernmüttern nachgesteuert werden. Überlegungen zu Verlagerungen aus Deutschland in die USA müssen auch mit Blick auf das deutsche Außensteuerrecht kritisch geprüft werden.

Bayern gewinnt für US-Investitionen an Attraktivität

Das Interesse von US-Unternehmen an Direktinvestitionen im Hochsteuerland Deutschland dürfte insgesamt abflachen. Allerdings gewinnen viele bayerische Kommunen im innerdeutschen Vergleich aufgrund sehr günstiger Gewerbesteuer-Hebesätze an Attraktivität für Direktinvestitionen aus den USA. Dank anderweitig hoher Standortqualitäten stellt sich Bayern im internationalen Vergleich für Investitionen aus den USA weiter attraktiv dar.

Steuerpolitischer Handlungsbedarf in Deutschland steigt

Abzuwarten bleibt, wie weit die Koalitionsverhandlungen der neuen Bundesregierung zur überfälligen Bereitschaft führen, auf durch die US-Reform deutlicher gewordene steuerliche Nachteile des Standorts Deutschland zu reagieren. Unter anderem geht es darum, das Niveau der hiesigen Unternehmensbesteuerung zu senken, eine steuerliche F+E Förderung einzuführen und Substanzbesteuerung abzustellen.


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