Letzte Aktualisierung: 09. November 2017

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Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung: BDI-Vorschläge

Der Bundesverband der Deutschen Industrie – BDI hat Vorschläge zur steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierung und dem Abbau steuerlicher Hemmnisse dafür vorgelegt.

Die Vorschläge gliedern sich in zwei Teile:

1. Steuerliche Förderung für energetische Sanierungen privat genutzter Ein- und Zweifamilienhäuser sowie privat genutzter Wohnungen

Die Eckpunkte dazu:

Neu eingeführt wird eine technologieoffene steuerliche Förderung von Einzelmaßnahmen (auch in Kombinationen), die der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden dienen.

Gefördert wird über einen Abzug von 30 Prozent der förderfähigen Summe von der zu zahlenden Einkommenssteuer; der Abzug wird auf drei Jahre verteilt. Die gesamte Maßnahme läuft über zehn Jahre; die Anrechnungsphase läuft zwei Jahre nach. Der Fördersatz sinkt über die Laufzeit um durchschnittlich einen Prozentpunkt pro Jahr ab, liegt also am Ende der Laufzeit bei 20 Prozent.

Die Anrechnung erfolgt auf Basis der mit der Steuererklärung beim Finanzamt eingereichten Handwerker-Rechnungen einschließlich Zahlungsbeleg; im Falle von Eigentumswohnungen wird der Nachweis zur anteiligen Kostenübernahme und zum Eigentumsanteil eingereicht.

Entscheidungskriterium für die Anrechenbarkeit ist eine technologieoffene Liste förderfähiger Maßnahmen der KfW. Die Qualitätssicherung erfolgt durch ein Stichprobensystem. Die Obergrenze der individuellen Förderung liegt bei 50.000 Euro Abzug von der Steuerschuld.

Dieser Ansatz geht davon aus, dass damit die bestehende Förderkulisse ergänzt wird und erhalten bleibt, und dass das neue Förderinstrument schnell eingesetzt wird.

2. Abbau steuerlicher Hemmnisse für energetische Sanierungen vermieteter Immobilien und selbstgenutzter Wirtschaftsimmobilien

Hierzu hat der BDI drei Vorschläge entwickelt:

  • Kosten wichtiger Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen werden steuerlich schon im Jahr der Entstehung berücksichtigungsfähig gemacht.
  • Erweiterte gewerbesteuerliche Kürzung: Einnahmen aus Anlagen zur Erzeugung elektrischen Stroms aus regenerativen Energien werden so qualifiziert, dass Mieteinnahmen anders als bisher in diesen Fällen vollständig von der Gewerbesteuer befreit, also nicht gewerbesteuerlich „infiziert“ werden.
  • Es wird dafür gesorgt, dass bei auf Contractingmodelle gestützter Energieversorgung die Abgrenzung zwischen der Immobilie und mobilen Gebäudeteilen deutlich vereinfacht und pauschalierbar gestaltet wird. Dadurch wird es deutlich einfacher, Energieeffizienzinvestition über Nutzungsüberlassungsmodelle zu tätigen.

Das Positionspapier des BDI steht zum Download zur Verfügung.

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BDI-Initiative "Energieeffiziente Gebäude"

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Ansprechpartner
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Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunen

+49 (0)89-551 78-249
Benedikt Rüchardt
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