Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2017

Position

Robotersteuer und bedingungsloses Grundeinkommen: eine Gefahr für Wohlstand und Sozialstaat

Robotersteuer - Gefahr für Wohlstand und gute Arbeit

in den Warenkorb

hinzufügen…

Seit einiger Zeit häufen sich in Deutschland Rufe nach einer Robotersteuer. Diese soll dazu dienen, die sozialen Folgen des Arbeitsplatzverlustes abzufangen, der von der Digitalisierung erwartet wird. Die Vorstellungen dazu reichen bis hin zur Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Die dahinterstehenden Sorgen sind nicht angebracht. Ganz im Gegenteil: Robotersteuer und bedingungsloses Grundeinkommen würden unseren Wohlstand fundamental in Frage stellen. Die Digitalisierung muss aktiv angenommen und durch Investitionen gestaltet werden.

Der technische Wandel belebt den Arbeitsmarkt und stärkt das Steueraufkommen

Früherer technischer Wandel und die Automatisierung der letzten Jahre haben keine Arbeitsplätze verdrängt, sondern dafür gesorgt, dass Jobs erhalten bleiben. Das deutsche Beispiel zeigt: Arbeitsmarkt und Steueraufkommen entwickeln sich auch dank technischen Fortschritts hervorragend.

Eine Robotersteuer würde innovative Zukunftsperspektiven gefährden

Die Gewinne aus dem Einsatz von Maschinen- und Robotern sind schon heute voll versteuert. Eine zusätzliche Robotersteuer führt zu doppelter Belastung von Erträgen. Das geht den Unternehmen an die Substanz, die sie benötigen, um lebensfähig zu bleiben und in die Zukunft zu investieren.

Eine Steuer auf den Einsatz von Robotern oder automatisierten Maschinen und Anlagen belastet vor allem innovative Branchen. Das mindert die Bereitschaft von Menschen, sich auf die moderne digitale Welt mit all ihren Vorteilen und Möglichkeiten einzulassen, bremst also den technischen Fortschritt, und führt zu Abwanderungstendenzen von innovativen Unternehmen. Das wiederum beeinträchtigt Wachstum, Beschäftigung und unseren Wohlstand.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen überlastet den Staat und gibt die unverzichtbaren Prinzipien unseres Sozialstaates auf

Ein bedingungsloses Grundeinkommen von nur 500 Euro pro Person und Monat würde Deutschland beim gegenwärtigen Bevölkerungsstand mit jährlich knapp 500 Milliarden Euro belasten. Zum Vergleich: Das deutsche Steueraufkommen insgesamt lag 2016 bei ca. 725 Milliarden Euro. Zusammen mit dem bedingungslosen Grundeinkommen gäbe die Robotersteuer existenzielle Eigenschaften unseres Sozialsystems auf, nämlich die Verbindung von Leistung mit Gegenleistung und das sozialstaatliche Prinzip des Förderns und Forderns. Das würde den inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft zerstören.

Digitalisierung garantiert Wohlstand und muss durch Zukunftsinvestitionen abgesichert werden

In einer entwickelten Volkswirtschaft ist der technische Fortschritt, der auch die Digitalisierung prägt, der einzige Faktor, der für entscheidende Wachstumsimpulse sorgen kann. Natürlich müssen Sorgen, durch Digitalisierung Perspektiven zu verlieren, ernst genommen werden. Jede Veränderung ist auch eine Herausforderung, die bestanden werden will. Die Digitalisierung bringt neue, hoch interessante berufliche Möglichkeiten. Mit ihr entstehen neue Produkte und Geschäftsmodelle ebenso wie interessante neue Tätigkeiten und Berufe. Damit diese Chancen breit zum Tragen kommen können, müssen Bildungs-, Forschungs- und Infrastrukturangebote so weiterentwickelt werden, wie Arbeitnehmer, Unternehmen und Gesellschaft sie für das digitale Zeitalter benötigen.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Benedikt Rüchardt

Wirtschaftspolitik

+49 (0)89-551 78-249
Benedikt Rüchardt
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben