Letzte Aktualisierung: 18. September 2017

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Einkommensteuertarif senken – Chancengerechtigkeit ausbauen

Das Steueraufkommen in Deutschland ist von 2006 bis 2016 von 488 um 44,5 Prozent auf 706 Milliarden Euro gestiegen. Die Steuerschätzung vom Mai 2017 prognostiziert bis 2021 einen weiteren Anstieg um 20,7 Prozent auf 852 Milliarden Euro.

Die schon in den letzten Jahren und in der Prognose hervorragende Entwicklung des Steueraufkommens gibt Spielraum für steuerliche Entlastungen und die systematische Weiterentwicklung unseres Steuerrechts.

Chancengerechtigkeit ausbauen – Bürger entlasten

Die guten Einnahmen müssen genutzt werden. Das Steuersystem muss so weiterentwickelt werden, dass

  • den Bürgern mehr Netto vom Brutto bleibt,
  • Menschen bessere Chancen erhalten, aus eigener Kraft weiterzukommen.

Von dieser Chancengerechtigkeit profitieren unser Land und seine Bürger gleichermaßen. Um sie zu erreichen, muss gezielt bei den Schwachstellen des Einkommensteuertarifs angesetzt werden.

Mitte entlasten – Leistung muss sich lohnen

Wenn kleine Einkommen wachsen, steigt die Steuerlast zu schnell an. Das macht es weniger attraktiv, mehr zu verdienen. Bei mittleren Einkommen ist die Steuerlast zusammen mit indirekten Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zu hoch.

  • Der Mittelstandsbauch im Einkommensteuertarif muss abgebaut werden, damit sich bei kleinen Einkommen mehr Leistung für den einzelnen stärker lohnt und bei mittleren Einkommen mehr Netto vom Brutto bleibt.

Kein Spitzensteuersatz für Normalverdiener

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent wird schon bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 53.666 Euro erreicht. Unter Berücksichtigung zusammen veranlagter Eheleute trifft das über 3,7 Millionen Personen. Dazu reicht schon etwa das Anderthalbfache des Durchschnittseinkommens.

  • Spitzenlasten für Normalverdiener – das darf nicht sein. Der Eintrittspunkt des Spitzensteuersatzes von 42 Prozent muss auf 60.000 Euro angehoben werden.

Keine automatische Steuererhöhung – Tarif auf Räder stellen

Durch die Inflation steigt die Einkommensteuerlast automatisch stärker als die Einkommen. Denn obwohl die Kaufkraft gleich bleibt, holt sich der Staat immer mehr vom Einkommen. Dieser Effekt wird „Kalte Progression“ genannt.

  • Der Einkommensteuertarif muss auf Räder gesetzt werden. Wenn sich das Einkommen real, also unter Berücksichtigung der Inflation, nicht ändert, bleibt dann auch die Steuerlast gleich.

Solidaritätszuschlag abschaffen

Der Solidaritätszuschlag verstärkt die oben aufgeführten Belastungen noch. Ende 2019 läuft der Solidarpakt mit den Neuen Ländern aus. Das Aufkommen aus dem Solidaritätszuschlag fließt dann vollständig in den Bundeshaushalt.

  • Der Solidaritätszuschlag muss nach Auslaufen des Solidarpakts innerhalb von fünf Jahren kontinuierlich auf Null reduziert werden.


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Ansprechpartner
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Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunen

+49 (0)89-551 78-249
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