Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2017

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Weitere Regelungen aus dem Flexirentengesetz treten in Kraft

Mit dem Flexirentengesetz soll der Übergang aus dem Erwerbsleben in den Ruhestand weiter flexibilisiert und so die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer gestärkt werden. Ein wesentlicher Teil des Flexirentengesetzes betrifft die Neuregelung der Hinzuverdienstgrenzen. Ab dem 01. Juli 2017 kommt es hier zu grundlegenden Änderungen und das bisher geltende Stufenmodell wird abgeschafft. Außerdem ändern sich die Regelungen für Sonderzahlungen zum Ausgleich von Rentenabschlägen.

Neuregelung der Hinzuverdienstgrenzen

Rentner, die vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze neben der Rente über einen Hinzuverdienst verfügen, müssen Hinzuverdienstgrenzen beachten. Künftig können bis zu 6.300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdient werden. Geht der Verdienst über diesen Betrag hinaus, kommt es zu einer Anrechnung auf die Rente. Ein Verdienst von über 6.300 Euro wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet – entsprechend verringert sich die Rente.

Liegt die Summe aus gekürzter Rente und dem Hinzuverdienst über dem bisherigen Einkommen (bestes Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre, sogenannter Hinzuverdienstdeckel), wird der darüber liegende Hinzuverdienst zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Sonderzahlungen zum Ausgleich von Rentenabschlägen

Arbeitnehmer, die planen vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze eine Rente zu beziehen, müssen mit Abschlägen rechnen. Um diese auszugleichen, können bislang ab dem 55. Lebensjahr zusätzliche Zahlungen an die Rentenversicherung erfolgen. Diese Altersgrenze wird nun auf 50 Jahre abgesenkt.

Bewertung

Die Neuregelung der Hinzuverdienstgrenzen stellt zwar eine Verbesserung zum bislang geltenden Stufenmodell dar, aber es sind zwingend weitere Verbesserungen nötig. Sinnvoll wäre es, bei vorgezogenem Rentenbezug mit Abschlägen auf Hinzuverdienstgrenzen zu verzichten und einen ungekürzten Hinzuverdienst bis zu der Höhe, in der Rente und Hinzuverdienst zusammengenommen dem letzten Bruttoeinkommen entsprechen, zu ermöglichen.

Insgesamt müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Beschäftigung Älterer zu stärken. Das Flexirentengesetz kann hierzu nur ein erster Schritt sein.


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Ansprechpartner
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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung

+49 (0)89-551 78-214
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