Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2017

Position

Gerechtes Deutschland - Vermögensverteilung

Gerechtes Deutschland - Vermögensverteilung

in den Warenkorb

hinzufügen…

Mit der Behauptung, das Vermögen in Deutschland sei zu ungleichmäßig verteilt, wird regelmäßig die Forderung verbunden, große Vermögen über vermögensbezogene Steuern zu beschneiden. Dadurch wird niemand reicher. Aber speziell wenn Betriebsvermögen abgeschöpft werden, werden sicherlich viele Menschen ärmer. Denn sie verlieren Perspektiven auf gute Arbeit.

Vermögensaufbau statt Vermögensteuern

Gleichmacherei mit der Heckenschere, also durch Vermögensbesteuerung, ist der falsche Weg. Die vbw setzt auf bessere Möglichkeiten auch für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen, aus eigener Kraft Vermögen aufzubauen. Die folgenden Forderungen dazu werden in der vbw Position Gerechtes Deutschland – Vermögensverteilung näher ausgeführt.

Zehn Punkte für mehr Chancengerechtigkeit

  • Chancen zum Vermögensaufbau eröffnen

Gerecht ist eine Politik, die neue Chancen eröffnet, ein gutes Leben aus eigener Kraft zu führen, die den Notfall sozial absichert und die Möglichkeiten der nächsten Generationen mindestens so gut gestaltet wie die derjenigen, die jetzt die Geschicke bestimmen. Bessere Möglichkeiten für möglichst viele Menschen, eigenes Vermögen aufzubauen, helfen dabei.

  • Fehler in der Vermögensstatistik korrigieren

Die vorliegenden Statistiken zur Vermögensverteilung rechnen die Masse der Menschen deutlich ärmer als sie sind. Verteilungspolitische Ansprüche und Instrumente, die auf einer so schlechten Basis aufsetzen, überfordern das Gemeinwesen. Aus der Statistik dürfen keine falschen Schlussfolgerungen gezogen werden. Es sollte versucht werden, die Löcher der Statistik zu schließen.

  • Mehr Netto vom Brutto: Leistungsfähigkeit besser respektieren

Eine Voraussetzung für breiteren Vermögensaufbau ist eine breite steuerliche Entlastung nach dem Motto „mehr Netto vom Brutto“. Die Steuerpolitik muss die Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Mitte der Gesellschaft wieder besser respektieren.

  • Sozialen Schutz auf zentrale Risiken fokussieren

Um die Chancen auf den Aufbau privaten Vermögens und das Interesse daran zu fördern, muss sozialer Schutz effektiver gestaltet werden. Dafür kommt es darauf an, die soziale Sicherung wieder stärker auf zentrale Risiken zu fokussieren und der Eigenverantwortung mehr Raum zu lassen.

  • Niedrigzinsphase beenden

Der Einstieg in den Vermögensaufbau führt oft über verzinste Anlagen, sei es auf persönlichen Konten oder in einer Lebensversicherung. Deshalb sollte alles daran gesetzt werden, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die EZB zu einer Zinswende veranlassen. Das heißt in erster Linie, dass die öffentlichen Haushalte in der Eurozone konsolidiert und die Ausgaben stärker auf Innovation, Investition und Wachstum ausgerichtet werden müssen.

  • Eigenheimerwerb erleichtern

Ein wesentlicher Ansatzpunkt zum Vermögensaufbau ist die Chance, Wohneigentum für den Eigenbedarf zu erwerben. Um sie zu verbessern, sollten neue Förderinstrumente für Erwerb und Sanierung aufgelegt und zu maßvollen Grunderwerbsteuersätze zurückgekehrt werden.

  • Regionale Verwerfungen strukturpolitisch angehen

Auffällig sind die hohe Vermögensungleichheit in Großstädten und ihre Zunahme im ländlichen Raum. Dem sollte durch regionale strukturpolitische Ansätze gegengewirkt werden, die die wirtschaftlichen Potenziale in beiden Gebietskategorien heben. Auf diesen Feldern ist insbesondere die Politik der einzelnen Länder gefordert.

  • Auf Bildung setzen

Vermögenspolitisch bleibt es damit richtig, den Bildungserfolg besonders im Blick zu behalten. Denn Geringqualifizierte haben besonders schlechte Chancen, Vermögen aufzubauen.

  • Unternehmensgründung und-wachstum erleichtern

Ein für die soziale Marktwirtschaft besonders wichtiger Weg zu einer gleichmäßigeren Verteilung von Vermögen ist eine breitere Streuung von Betriebsvermögen. Dazu sollten erstens Unternehmensgründungen erleichtert und die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen verbessert werden. Hier geht es insbesondere um bessere Bedingungen für Wagniskapital. Zweitens sollten die steuerlichen Möglichkeiten zur Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmenskapital verbessert werden.

  • Vermögensteuer ad acta legen, vermögensbezogene Steuern abbauen

Gleichverteilung von Vermögen mit der Heckenschere, also durch Vermögensbesteuerung, ist kein sinnvolles Ziel. Die Gefahr, dadurch der Gesellschaft insgesamt hohen Schaden zuzufügen, ist zu groß. Die Vermögensteuer muss ebenso endgültig ad acta gelegt werden wie ständige Anhebungstendenzen bei bestehenden vermögensbezogenen Steuern – Grundsteuer, Erbschaftsteuer, Grunderwerbsteuer. Die vbw Position Steuerliche und steuerbürokratische Belastung von Vermögen abbauen geht darauf näher ein.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunen

+49 (0)89-551 78-249
Benedikt Rüchardt
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben