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Letzte Aktualisierung: 06. Juli 2017

Vorsprung Bayern

Rückblick - Gesundheitswirtschaft im ländlichen Raum sichern

Die Gesundheitswirtschaft ist im ländlichen Raum einer der wichtigsten Arbeitgeber. Die vbw diskutierte am 05. Juli 2017 in Bad Staffelstein mit Politik und Leistungserbringern, welche Rahmenbedingungen benötigt werden. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Die Gesundheitsbranche ist ein zentraler Standortfaktor und einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft beträgt zwölf Prozent, auf sie entfallen rund acht Prozent der deutschen Gesamtexporte. Rund sieben Millionen Menschen sind in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt – das ist jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland. Allein in Bayern sind mehr als 840.000 Menschen in diesem Sektor tätig.“

Herausforderungen angehen

Dennoch gebe es laut Brossardt im ländlichen Raum in der Gesundheitsversorgung viele Herausforderungen: „Die Gesellschaft altert. Im Jahr 2060 kommen etwa doppelt so viele Personen im Rentenalter auf eine Person im Erwerbsalter als heute. Durch die erhöhte Lebenserwartung nehmen altersbedingte, chronische und Mehrfach-Erkrankungen zu. Ländliche Regionen sind von der Überalterung stärker bedroht als die Städte. Für junge Ärzte hat der ländlich geprägte Raum deutlich an Attraktivität verloren. Der Fachkräftemangel betrifft auch das nichtärztliche Personal, vor allem die Pflegekräfte.“

Regulierung oft kontraproduktiv

Für eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung im ländlichen Bereich seien bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, etwa die Schaffung von Anreizen für den Landarztberuf. Für die bayerische Wirtschaft seien vor allem Maßnahmen zur Deregulierung wichtig. Statt der vorherrschenden Bedarfsplanung setzt die vbw auf ein selbststeuerndes System. Innovative Modelle in der Gesundheitsversorgung müssten gefördert werden. Das betreffe vor allem die Digitalisierung, deren Chancen in der Gesundheitswirtschaft noch viel stärker genutzt werden müssten.

Mix an Maßnahmen nötig

Emmi Zeulner, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, betonte die Bedeutung der niedergelassenen Ärzte. Sie seien für die Versorgung immens wichtig. Wo dort ein Mangel herrsche, müssten Medizinische Versorgungszentren einspringen. Herausforderungen in diesem Bereich seien der steigende Frauenanteil und die unterversorgten Gebiete. Der Freistaat habe deshalb mit der Landarztquote reagiert. Zudem sei die Honorarobergrenze abgeschafft worden. Flankiert würde das mit dem Stipendienprogramm des Freistaates und mehr Studienplätzen für Medizin. Laut Zeulner sei die Bedarfsplanung weiterzuentwickeln, damit eine Prognosefunktion etabliert werden kann. Die Krankenhäuser seien in verschiedenen Punkten gestärkt worden, u. a. gebe es künftig einen Pflegezuschuss.

Liberalisierung würde Bremsen lösen

Dr. Otto Joh. Beifuss, Delegierter der Bayerischen Ärztekammer für den Kreis Lichtenfels, plädierte auf der abschließenden, lebhaft geführten Podiumsdiskussion für eine Abschaffung der Zulassungsbeschränkungen und eine weitere Liberalisierung. Wenn Not in der Region ist, versuche die Politik gerne, zu regeln. In vielen Orten stehe man aber vor einem Wegfall von Arztpraxen. Bremsende Regelungen seien hier fehl am Platz.

Joachim Bovelet, Hauptgeschäftsführer der Regiomed-Kliniken, berichtete von den Planungen seines Verbundes zu einem Medizincampus in Coburg. Hier gebe es Probleme mit der staatlichen Investitionsförderung bezüglich Förderrichtlinien. Die herrschende Praxis sei schlicht zu bürokratisch und langsam. Die von Zeulner angesprochene Idee, Kurzzeitpflege in Krankenhäusern durchzuführen, ist in den Augen von Bovelet sehr reizvoll.

Rückblick

Rückblick - Gesundheitswirtschaft im ländlichen Raum sichern
am 05.07.2017 in Bad Staffelstein

Bilder (5)

v. l. Wolfgang Braunschmidt, Patrick Püttner, Dr. med. Otto Joh. Beifuss, Emmi Zeulner MdB, Bertram Brossardt, Joachim Bovelet
Begrüßung durch Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e. V.
Statement von Emmi Zeulner MdB
Blick ins Publikum
Podiumsdiskussion mit Bertram Brossardt, Emmi Zeulner MdB, Wolfgang Braunschmidt, Dr. med. Otto Joh. Beifuss und Joachim Bovelet (v. l.)

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Ansprechpartner
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Franz Niedermaier

Frauen-, Familien- und Gesundheitspolitik, Kirche/Kultur Pflegeversicherung, Krankenversicherung, BGM/BGF

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