Letzte Aktualisierung: 17. August 2017

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vbw warnt vor explodierenden Sozialausgaben

Dank der sehr guten Wirtschafts- und Beschäftigungslage sind die Beitragssätze zur Sozialversicherung in den vergangenen Jahren insgesamt relativ konstant geblieben. Zwar wurden in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung milliardenschwere Mehrausgaben beschlossen, wegen der gestiegenen Beschäftigung hat sich dies allerdings nur teilweise bei den Beitragssätzen bemerkbar gemacht.

Studie warnt vor explodierenden Beiträgen

Auch ohne weitere gesetzliche Leistungsausweitungen drohen jedoch für die Zukunft, insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung, deutliche Beitragssatzsteigerungen. Diese sind für die Beschäftigung und den Standort Deutschland Gift. Die 40-Prozent-Grenze bei den Sozialversicherungsabgaben muss deshalb unbedingt gehalten werden. Welchen negativen Einfluss und welche gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen konkret mit weiteren Steigerungen verbunden sind, haben die vbw und die BDA von der Prognos AG untersuchen lassen.

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie:

  • Schon auf der Basis des geltenden Rechts ist bis zum Jahr 2040 mit einem Anstieg des Gesamtbeitragssatzes auf 48,8 Prozent zu rechnen.
  • Kommt es jedoch zu einer stärkeren Kostendynamik, z. B. aufgrund von Leistungsausweitungen, ist rechnerisch mit einem Verlust von 90.000 Arbeitsplätzen je zusätzlichem Beitragssatzpunkt zu rechnen.
  • Die Rückkehr zum paritätischen Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung würde langfristig knapp 130.000 Arbeitsplätze kosten.
  • Einen möglichen Weg zur Vermeidung negativer Beschäftigungswirkungen bieten zum einen stärkere Steuerfinanzierung der Sozialversicherung und zum anderen ausgabensenkende Maßnahmen.

Ein Umsteuern ist unumgänglich

Diese Ergebnisse sind eine deutliche Warnung, die Belastung von Arbeitgebern und Beschäftigten durch Sozialbeiträge nicht noch weiter anzuheben. Sie belegen zudem den nach wie vor engen Zusammenhang zwischen der Belastung des Faktors Arbeit und dem Arbeitsmarkt. Es darf keine neuerlichen Ausgabensteigerungen in den Sozialversicherungssystemen geben. Stattdessen müssen Maßnahmen zur Begrenzung der Sozialbeitragslast auf den Weg gebracht werden.

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Prognos Studie Sozialversicherungsbeiträge

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