Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2017

Position

Rentendiskussion: vbw setzt sich für generationengerechte Rentenpolitik ein

Der demografischen Wandel setzt die Finanzierung unserer umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme unter Druck. Das gilt ganz besonders für die Rentenversicherung, denn die Zahl der Beitragszahler geht künftig immer weiter zurück, während die Menge der Leistungsempfänger wächst. Zudem beziehen Rentner durch die steigende Lebenserwartung länger Bezüge aus der Rentenversicherung.

Durch Reformmaßnahmen in der Vergangenheit ist es gelungen, das Rentensystem bis zum Jahr 2030 zu stabilisieren. Ziel muss es nun sein, die nötigen Maßnahmen einzuleiten, die dazu beitragen, das System auch nach 2030 stabil und finanzierbar zu halten. Die vbw setzt sich dabie für eine generationengerechte Rentenpolitik ein, die die Lasten des demografischen Wandels fair zwischen Alt und Jung teilt.

Leitplanken für Reformanstrengungen im Bereich der Rente

Eine Reform der Altersvorsorge muss sich an den folgenden drei Leitplanken orientieren:

  • Keine weitere Kostenbelastung des Faktors Arbeit
  • Gesetzliche Rentenversicherung als Basisvorsorge stabilisieren
  • Altersvorsorge umfasst drei Säulen

Keine weitere Kostenbelastung des Faktors Arbeit

Die Lohnnebenkosten dürfen nicht weiter steigen. Deshalb muss an dem Ziel der Beitragssatzstabilität in der gesetzlichen Rentenversicherung festgehalten werden. Höhere Beiträge wirken sich über steigende Lohnnebenkosten negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts aus und würden zu Arbeitsplatzverlusten führen.

Ein hohes Beschäftigungsniveau, das möglichst vielen Chancen auf einen Arbeitsplatz bietet, ist aber von großer Bedeutung für die Alterssicherung. Mit einer stetigen Erwerbsbiografie sinkt das Risiko für Altersarmut erheblich, deshalb muss eine beschäftigungsfördernde Wirtschaftspolitik Teil der Rentenpolitik sein.

Gesetzliche Rentenversicherung als Basisvorsorge stabilisieren

Die gesetzliche Rentenversicherung muss als generationengerechte Basisvorsorge stabilisiert werden. Daher gilt es, das Äquivalenzprinzip zu beachten und keine weiteren Leistungsausweitungen über den Beitragssatz zu finanzieren.

Zudem muss die Rente mit 67 konsequent umgesetzt werden und Fehlanreize, die ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf fördern, müssen beseitigt werden. Wichtig ist es auch, die Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand weiter zu flexibilisieren und so die Beschäftigung Älterer zu stärken.

Altersvorsorge umfasst drei Säulen

Die Altersvorsorge in Deutschland umfasst drei Säulen, die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge. Die Reformbemühungen müssen dieses System insgesamt in den Blick nehmen und dürfen nicht nur an einzelnen Versorgungszweigen ansetzen. Wir brauchen eine intelligente Verzahnung der einzelnen Teilbereiche, um einen optimalen Vorsorgemix zu erzielen.

Stabilisierung des Rentenniveaus belastet einseitig junge Generationen

Seitens der SPD und der Gewerkschaften wird gefordert, das Rentenniveau mindestens auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. So soll Altersarmut verhindert werden. Ein solches Vorgehen zu extremen Kosten führen die entweder über Beitragssatzsteigerungen oder über höhere Steuerzuschüsse finanziert werden müssten. Diese Belastungen müssten hauptsächlich von den jüngeren Generationen getragen werden.

Die Stabilisierung des Rentenniveaus ist damit weder generationengerecht, noch kann sie wirksam dazu beitragen, Altersarmut zu verhindern. Der entscheiden Faktor für die Höhe der eigenen Renten sind die persönlichen Entgeltpunkte, die während des Berufslebens erworben werden. Deshalb ist zur Prävention von Altersarmut eine stetige Erwerbsbiografie entscheidend, denn je mehr Beitragszeiten zur gesetzlichen Rentenversicherung vorliegen, desto mehr Entgeltpunkte werden gesammelt.

Geht eine Stabilisierung des Rentenniveaus mit steigenden Beitragssätzen einher, wird das Problem der Altersarmut sogar tendenziell verschärft. Höhere Beiträge resultieren in steigenden Lohnnebenkosten und gefährden damit Arbeitsplätze. Das wäre zur Prävention von Altersarmut aber kontraproduktiv.


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Ansprechpartner
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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung

+49 (0)89-551 78-214
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