Letzte Aktualisierung: 30. November 2017

Position

GKV-Finanzierung gerechter gestalten

Die vbw fordert ein Ende der Benachteiligung der bayerischen Krankenkassen. Die jüngst bekannt gewordenen Mittelzuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich ("Morbi-RSA") zeigen die Schwachstellen deutlich auf: Die Schere zwischen den Kassenarten geht noch deutlicher auseinander als bislang.

Schere geht auseinander

Die neuen Zahlen zeigen: Das aktuelle System des "Morbi-RSAW führt zu immer stärkeren Verwerfungen. Vor allem bayerische Krankenkassen, Ersatz- und Betriebskrankenkassen werden benachteiligt. Allein die Fehlverteilung zwischen der AOK und vdek hat sich von rund 800 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2016 mehr als verdreifacht.

Verzerrungseffekte

Der "Morbi-RSA" bestimmt die Zu- und Abschläge, die Kassen je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand ihrer Versicherten zusätzlich zu einer pauschalen Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Dabei werden bayerische Krankenkassen doppelt benachteiligt: Zum einen haben sie Versicherte mit tendenziell höheren Durchschnittslöhnen und müssen deshalb auch mehr an den Gesundheitsfonds abführen. Zum anderen haben vor allem die bayerischen Betriebskrankenkassen höhere Ausgaben für das Krankengeld, das sie an die Versicherten auszahlen müssen, weil dieses von der Lohnhöhe des Versicherten abhängig ist. Aus dem Gesundheitsfonds erhalten viele Kassen nicht genügend Geld zurück, um ihre Ausgaben zu decken – auch weil ihre Versicherten oftmals nicht an den Erkrankungen leiden, für die es besondere Zuschüsse gibt.

Schnelle Reform nötig

Die Verzerrungen verlangen nach einer schnellen Neuordnung des bestehenden Konstrukts. Da die bevorteilten Krankenkassen niedrigere Zusatzbeitragssätze erheben und dadurch Wettbewerbsvorteile genießen können, entstehen eklatante Verzerrungen – auch zulasten der Versicherten. Diese Benachteiligung bayerischer Kassen und Versicherter beim "Morbi-RSA" muss endlich aufhören.


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Franz Niedermaier

Frauen-, Familien- und Gesundheitspolitik, Kirche/Kultur Pflegeversicherung, Krankenversicherung, BGM/BGF

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