Letzte Aktualisierung: 30. September 2019

Information

Prävention als Baustein zur Fachkräftesicherung

Auf ihrem Kongress zum Thema „Gesunde Mitarbeiter durch Prävention“ diskutierte die vbw über Möglichkeiten der Gesundheitsprävention in Unternehmen und die passenden politischen Rahmenbedingungen. vbw Geschäftsführer Ivor Parvanov betonte auf der Veranstaltung am 18. September 2019 in München: „Gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind die Basis für dauerhaften Erfolg. Prävention ist deswegen eine Investition in die Gesundheit des eigenen Unternehmens. Bei der Gesundheitsvorsorge müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang ziehen. Es braucht auch Eigenverantwortung, um Risikofaktoren zu verringern.“

Hohe Krankheitskosten für Arbeitgeber

Eine aktuelle Umfrage der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm bei ihren Mitgliedsunternehmen hat ergeben, dass die Unternehmen durchschnittlich pro Jahr und Beschäftigtem fast 13 Fehltage schultern müssen. „Die Gesamtkosten für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall in der bayerischen M+E Industrie betrugen im vergangenen Jahr 1,9 Milliarden Euro. In Zeiten des demografischen Wandels und zunehmenden Fachkräftemangels muss Prävention fokussiert werden, damit die Mitarbeiter gesund und leistungsfähig bleiben“ so Parvanov.

Im betrieblichen Gesundheitsmanagement müssen aus Sicht der vbw aber die unternehmerischen Freiräume erhalten bleiben. „Jedes Unternehmen hat eigene Tätigkeitsschwerpunkte und damit auch eigene Vorstellungen von idealer Prävention. Mitarbeiter im Büro, die den ganzen Tag sitzen, müssen eher zu Bewegung motiviert werden. Bauarbeiter hingegen brauchen Maßnahmen zur Stärkung ihres belasteten Rückens. Gleichzeitig müssen wir die Chancen der Digitalisierung stärker nutzen, dazu zählen Innovationen wie Telemedizin und Assistenzsysteme zur medizinischen Vorsorge. Die digitale Transformation ist so gesehen ein Segen für die Prävention“, so Parvanov.

Heilbäder mit hoher Kompetenz im Bereich Prävention

Klaus Holetschek, Bürgerbeauftragter der Staatsregierung, betonte die Bedeutung des Themas Prävention und stellte für Deutschland ein Umsetzungs- und kein Erkenntnisproblem fest.Deshalb brauche man einen Systemwechsel, da zu viel in die Reparatur investiert werde statt in Anreizsysteme, die in der Realität funktionieren. Hier sei man im Freistaat mit dem Bayerischen Präventionsplan und dem Bündnis für Prävention mit 124 teilnehmenden Organisationen zwar schon relativ weit. Da Prävention künftig kleinteilig stattfinden müsse, gibt es dennoch noch viel zu tun. Projekte wie das Bündnis für gesunde Mitarbeiter oder PflegePrevent seinen dabei ein Schritt in die richtige Richtung. “Prävention ist ein Mega- und Zukunftsthema”, so der CSU-Landtagsabgeordnete Holetschek.

Praxis-Beispiele: Präventionsmodelle im Betrieb

Dr. Frisch Dieter, der das Projekt Pflegeprevent leitet, berichtete von den Erfahrungen, die im Verlauf des erfolgreich laufenden Programms gemacht wurden. Dabei haben Pflegekräfte in einem Kurort eine Stressprävention durchlaufen. Hier ist es wichtig, die Leute aus dem Alltag heraus zu nehmen. “Das ist zwar schwierig, aber sinnvoll”, so der Forscher der LMU.

Liesa Hergeth, Beauftragte für Gesundheitsmanagement, MAGNA BDW technologies GmbH, Markt Schwaben, berichtete über ihre Erfahrungen in einem metallverarbeitendem Unternehmen: "Bei 80 bis fast 90 Prozent Männern braucht es am Anfang schon viel Überzeugungsarbeit." Hauptansatzpunkt bei der bisherigen Präventionsarbeit sei die Ergonomie gewesen: “Wir haben die Abläufe an die Menschen angepasst”, so Hergeth, die auch darauf verwies, dass immer mehr Vorschläge aus der Belegschaft kämen. Deshalb sei es nötig, die Mitarbeiter bei Änderungen von Beginn an aktiv mitzunehmen.

Ernährung als Präventionsbaustein

Prof. Dr. Thomas Breisach, Professor für Gesundheit an der FOM Hochschule in München, erweiterte das Spektrum um Aspekte der Nachhaltigkeit von Präventionsmassnahmen und dem Thema Ernährung. Jeder fünfte Tote werde mittlerweile weltweit durch Fehlernährung verursacht.

Christina Haubrich, Gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, forderte eine gendergerechte Prävention. Vor allem auf Männer, alleinerziehende Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund sollte nach ihrer Meinung der Staat mehr eingehen. Einig waren sich die Teilnehmer der von Jürgen Rust vom Bayerischen Rundfunk moderierten Diskussion, dass Prävention in der Regel als freiwillige Maßnahme erfolgen muss und nicht auf Zwang beruhen darf.

Bilder (8 Bilder)


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Franz Niedermaier

Frauen-, Familien- und Gesundheitspolitik, Kirche/Kultur Pflegeversicherung, Krankenversicherung, BGM/BGF

+49 (0)89-551 78-214
Franz Niedermaier
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben