Letzte Aktualisierung: 11. September 2020

Deutschland hat Zukunft | OnlineKongress

Rückblick – Alterssicherung - verlässlich und finanzierbar

Im Rahmen des Online-Kongresses Deutschland hat Zukunft Alterssicherung – verlässlich und finanzierbar hat die vbw mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Versicherungen diskutiert, wie unser System der Alterssicherung zukunftsfest gemacht werden kann.

Beitragssatzstabilität in der gesetzlichen Rentenversicherung leistet wichtigen Beitrag Gesamtbeitragssatz bei unter 40 Prozent zu halten

In seinem Begrüßungsstatement betonte Ivor Parvanov, Geschäftsführer Abteilung Sozial- und Gesellschaftspolitik bei der vbw, dass durch die Alterung der Bevölkerung der Handlungsdruck im Bereich der Altersvorsorge wächst und ein möglicher Anstieg des Beitragssatzes verhindert werden muss. Die vbw begrüßt in diesem Kontext die Entscheidung der Großen Koalition, den Gesamtbeitragssatz zur Sozialversicherung bis Ende 2021 bei 40 Prozent zu deckeln. Parvanov unterstrich, dass zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen diese Grenze langfristig eingehalten werden muss.

Entsprechend wichtig ist es im Bereich der gesetzlichen Rente zu handeln. Aus Perspektive der vbw braucht es einen intelligenten Vorsorgemix, der alle drei Säulen – gesetzliche Rente, privat und betriebliche Altersvorsorge – umfasst.

Vier Stellschrauben der Rentenversicherung

Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Rentenversicherung und welche Optionen bestehen, um entgegenzusteuern, erörterte Professor Michael Hüther, Direktor des IW Köln, in seinem Impulsstatement. Er konzentrierte sich auf vier Stellschrauben, an denen jetzt gedreht werden müsse:

  • Verlängerung der aktiven Lebensphase und einer automatischen Anpassung der Regelaltersgrenze an die steigende Lebenserwartung.
  • Anpassungen bei den Abschlägen (bei vorzeitigem Renteneintritt) und Zuschläge (bei einem späteren Renteneintritt), um Anreize zu setzen, die aktive Lebensphase zu verlängern
  • Anpassung des Nachhaltigkeitsfaktors in der Rentenanpassungsformel, um Anstieg des Beitragssatzes zu vermeiden
  • Attraktivität der privaten und betrieblichen Vorsorge steigern, da Bedeutung der ergänzenden Vorsorge steigt

Die Präsentation zum Vortrag finden Sie im Downloadbereich.

Diskussion zur künftigen Ausgestaltung der Altersvorsorge

In der abschließenden Podiumsdiskussion unter Moderation von Dr. Marc Beise, Leiter der Wirtschaftsredaktion Süddeutsche Zeitung, tauschten sich Stephan Stracke, MdB, CSU, Horst Arnold, MdL, SPD, Dr. Volker Priebe, Vorstand Privatkunden und Produkte, Allianz Lebensversicherungs-AG sowie Ivor Parvanov und Professor Michael Hüther zu möglichen Reformoptionen in der Alterssicherung aus.

Kurzpositionen der Teilnehmer im Überblick

Stephan Stracke, der auch Mitglied der Kommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ der Bundesregierung war, betonte zunächst, dass die vergangenen Reformen in der Alterssicherung dazu beitrugen, dass man heute vergleichsweise gut dasteht. Natürlich gilt es nun aber vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung die Belastungen zwischen den Generationen wieder neu in Ausgleich zu bringen. Die Kommission hat hierzu Vorschläge erarbeitet, die es nun umzusetzen gilt.

Er betonte zudem, dass die Kommission mit der "sozialstaatlichen Schutzklausel" die Gesamtbelastung durch die soziale Sicherung besser in den Blick nehmen will. Erfreut zeigte er sich darüber, dass die Kommission klar darlegen könne, dass die Rente auch künftig kaufkraftbereinigt steigen wird – auch wenn das Rentenniveau zurückgeht.

Für Horst Arnold ist entscheidend, dass unser System der sozialen Sicherung letztlich ein Leistungsversprechen abgibt, dass durch die Politik garantiert werden muss, da sonst die Akzeptanz des Systems insgesamt leidet. Maßnahmen wie die Einführung der Grundrente sind seiner Auffassung nach eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, eine Anhebung der Regelaltersgrenze lehnt er klar ab.

Dr. Volker Priebe legte Wert auf die Verlässlichkeit der verschiedenen Systemelemente bei Rente und Altersvorsorge. Entsprechend gilt es Regeln für die Kapitalanlage zu finden, die eine verlässliche Versorgungsleistung garantieren und gleichzeitig eine chancenreiche und renditeorientierte Anlage ermöglichen.

Er forderte mehr Durchlässigkeit bei der Förderung für die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge zu ermöglichen, auch um Veränderungen in der Arbeitswelt Rechnung zu tragen. Über mehr Flexibilität könnte demnach ein mitverantwortliches System in Summe gefördert werden.

Grundsätzlich plädierten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion dafür, verstärkt das Gesamtsystem der Sozialversicherung in den Blick zu nehmen und sich nicht ausschließlich auf die Beitragsbelastung der einzelnen Zweige zu fokussieren.

Rückblick

Rückblick – Alterssicherung - verlässlich und finanzierbar
am 07.09.2020 in Online

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Vortrag
Präsentation Professor Hüther

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Ansprechpartner
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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitswirtschaft, FKS+

+49 (0)89-551 78-214
Beate Neubauer

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