Letzte Aktualisierung: 12. September 2019

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vbw fordert Weiterentwicklung der dualen Medienordnung in Deutschland

Die vbw fordert eine kooperationsorientierte Weiterentwicklung der dualen Medienordnung, um der heimischen Medienbranche auch in der digitalen Welt den Aufbau eines nachhaltigen Eigengewichts der nationalen Medienproduktion trotz einer Übermacht der globalen Internetkonzerne zu ermöglichen.

Die Forderungen sind das Ergebnis eines wissenschaftlich begleiteten Workshops des vbw Ausschusses Medienwirtschaft, in dem Repräsentant*innen aller wichtigen Teilgruppen der Medienwirtschaft vertreten sind (privater und öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Zeitungen und Zeitschriften, TV- und Film-Produzenten, Buch und Printbranche).

Übermacht der Technologiekonzerne

Die vbw ist der Auffassung, dass aufgrund der Übermacht der globalen Technologiekonzerne im Internet eine zukunftsfeste Weiterentwicklung der dualen Medienordnung in Deutschland notwendig ist.

Diese Weiterentwicklung soll dabei das übergreifende Ziel verfolgen, der deutschen Medienbranche auch in der digitalen Medienwelt der Zukunft eine vielfältige und erfolgreiche Erstellung konkurrenzfähiger Medieninhalte zu ermöglichen, sodass gegenüber dem Übergewicht der globalen Internetgiganten ein vielfältiges und nachhaltiges kulturelles und publizistisches Eigengewicht im digitalen Medienangebot und in der digitalen Mediennutzung aufgebaut und gesichert werden kann.

In den letzten Wochen und Monaten haben sich einige Branchen-Persönlichkeiten im Grundsatz für eine verstärkte übergreifende Zusammenarbeit in der Medienbranche ausgesprochen, wie der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm, der BDZV-Präsident Matthias Döpfner und Bertelsmann- und RTL-CEO Thomas Rabe sowie ProSiebenSat.1 Media-CEO Max Conze.

Eigengewicht der bayerischen und nationalen Medienwirtschaft

Die vbw fordert die Vertreter der föderalen Medienpolitik entsprechend dazu auf, eine nutzerorientierte wissenschaftliche Fundierung konkreter optionaler Wege einer solchen Fortentwicklung auf Basis von Medienrecht, Medienökonomie und kommunikationswissenschaftlicher Medienforschung auf den Weg zu bringen, wobei zwei Zielorientierungen besonders herausgestellt werden:

1. Gegenüber den marktmächtigen Internetkonzernen ist eine konsequente Level playing field-Regulierung zu etablieren, beispielsweise mit Blick auf

  • ausgeglichene Durchsetzung von Wettbewerbsrecht und Datenschutzrecht,
  • Verhinderung des Missbrauchs ökonomischer Machtstellungen,
  • Etablierung einer verstärkten Verantwortlichkeit für algorithmisch zugespielte Inhalte.

2. in der digitalen Medienwelt muss die aktuelle Medienordnung in eine kooperationsorientierte duale Medienordnung weiterentwickelt werden, um für alle publizistischen Branchenanbieter Vorteile der Zusammenarbeit durch Win-Win-Kooperationen zu ermöglichen, z. B. durch

  • Kooperationen im Plattformbereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, privater Medienanbieter sowie weiterer Qualitätsanbieter von (audiovisuellen) Inhalten.
  • Anreiz-Setzung für neue, beidseitig vorteilhafte Komplementärbeziehung zwischen den journalistischen Angeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) und der Presse,
  • Prüfung beidseitig vorteilhafter Produktions- und Rechteerwerbskooperationen zwischen ÖRR und privatem Rundfunk im Unterhaltungs- und Sportbereich,
  • Ermöglichung der gemeinsamen Nutzung von Größenvorteilen in Infrastrukturen, Technologie und Marketing sowie
  • insgesamt durch eine gemeinsame Unterstützung der deutschen Produzentenbranche über die Schaffung der Finanzierungsvoraussetzungen für eine nachhaltige heimische Produktion qualifizierter und konkurrenzfähiger Medieninhalte für den digitalen Nutzungsmarkt.

Weitere, detailliertere Forderungen können unserem Positionspapier als Download entnommen werden.

vbw Erklärung: Weiterentwicklung der dualen Medienordnung in Deutschland

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vbw Erklärung: Weiterentwicklung der dualen Medienordnung in Deutschland

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Dr. Peter J. Thelen

Strategie und Politischer Dialog

+49 (0)89-551 78-331
Peter J. Thelen
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