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Letzte Aktualisierung: 21. Juli 2017

Deutschland hat Zukunft

Rückblick - Klimaziele 2030

In Deutschland und der EU wird derzeit der Rahmen für die Erreichung der 2030-Klimaziele erarbeitet. Mit dem Klimaschutzplan 2050 ist die Diskussion für die nationale Zielerfüllung eingeleitet worden.

Am 20. Juli 2017 trafen rund 90 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München zusammen, um über die Verflechtung der internationalen, europäischen und nationalen Klimaziele zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Herausforderungen sich durch den Klimaschutzplan 2050 für die bayerische Wirtschaft ergeben.

Alleine werden wir das Klima nicht retten

Der vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zeigte auf, dass die deutsche Wirtschaft in puncto Klimaschutz weltweit Maßstäbe setzt. Das Klima könne jedoch nur im globalen Verbund gerettet werden. Erforderlich sei ein internationaler Ansatz, an dem sich alle Staaten mit einem Höchstmaß an Verbindlichkeit beteiligen, so Brossardt. Ferner kritisierte Brossardt, dass Deutschland mit dem Klimaschutzplan 2050 einen nationalen Alleingang wage. Das Strategiepapier sei überambitioniert und mit massiven Sonderlasten für die Wirtschaft verbunden. Sofern sich andere Staaten nicht zu vergleichbar ambitionierten Klimazielen bekennen, müsse der Klimaschutzplan 2050 überdacht werden. Sonst drohe die Verlagerung von Standorten, Arbeitsplätzen und Fachwissen in Staaten mit niedrigeren Klimaauflagen.

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Herr MinDirig Berthold Goeke, Leiter der Unterabteilung Klimaschutzpolitik im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, bestätigte, dass Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Die Beschlüsse des G20-Gipfels in Hamburg hätten gezeigt, dass für die G20, mit Ausnahme der USA, der Pariser Weltklimavertrag unumkehrbar ist und zügig eine Umsetzung der gesteckten Ziele erfolgen soll.

Für die Erreichung der nationalen Klimaziele müssten in den kommenden 13 Jahren in allen Sektoren die Weichen gestellt werden. Mit Innovationen und technologischem Fortschritt einschließlich erhöhter staatlicher Förderung biete sich die Chance, Deutschlands Wettbewerbsposition im Bereich der Klimaschutztechnologien zu festigen, so MinDirig Goeke.

Für die Erfüllung der Klimaziele ist ein technologieoffener Ansatz erforderlich.

Herr Dr. Carsten Rolle, Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. zeigte das Zusammenspiel der internationalen, europäischen und nationalen Klimaziele auf. Er betonte, dass ein sog. Global Level Playing Field mit international vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen etabliert werden müsse. Ein gemeinsames Instrument zur CO2-Bepreisung auf Ebene der G20 könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein. Treibhausgase sollten dort eingespart werden, wo dies am effizientesten und kostengünstigsten realisierbar ist, so Dr. Rolle. Daher sollte ein technologieoffener Prozess anvisiert werden.

Die Wirtschaft benötigt realistische und erreichbare Zielvorgaben

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde erörtert, wie die einzelnen Sektoren zur Treibhausgasminderung beitragen können. Ferner wurden die branchenspezifischen Herausforderungen des Klimaschutzplans 2050 erörtert.

Herr Sebastian Lechner, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied im Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen e. V. verdeutlichte, dass im Verkehrsbereich zwischen dem Personen- und Güterverkehr differenziert werden müsse. Im Pkw-Bereich könnten zeitnah Potentiale für den Einsatz von Elektromobilität erschlossen werden. Im LKW-Bereich dahingegen bestünde noch großes Forschungspotential. Debattiert wurde in diesem Kontext auch über den steigenden Strombedarf aus Erneuerbaren Energien, der mit der Elektrifizierung des Verkehrs einhergeht. Herr Brossardt forderte in diesem Kontext die Erstellung eines schlüssigen Gesamtkonzepts, das die Erzeugung, den Transport und die Speicherung von Energie miteinander verknüpft. Denn für die Industrie stelle sich zunehmend die Frage nach der Versorgungssicherheit.

Herr Alfred Enderle, Bezirkspräsident des Bezirksverbandes Schwaben vom Bayerischen Bauernverband merkte an, dass die Landwirtschaft in Deutschland eine bedeutende Treibhausgassenke darstelle und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Auf Ebene der EU werde derzeit der Rahmen für die Berücksichtigung der Senkenwirkung der Landwirtschaft erarbeitet, so Enderle.

Dr. Jörg Rothermel, Leiter der Abteilung Energie, Klimaschutz und Rohstoffe im Verband der Chemischen Industrie e. V. verdeutlichte, dass die chemische Industrie eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehme. Durch eine weitere Verschärfung der Klimavorgaben würde sich das Risiko von Produktionsverlagerungen erhöhen.

Rückblick

Rückblick - Klimaziele 2030
am 20.07.2017 in München

Information
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Vortrag
Vortrag: Dr. Carsten Rolle
Positionen
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Rede
Rede: MinDirig Berthold Goeke

Bilder (6)

Andreas Mihm (Moderator), Alfred Enderle, Dr. Carsten Rolle, MinDirig Berthold Goeke, Dr. Jörg Rothermel, Bertram Brossardt, Sebastian Lechner (von links)
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Dr. Carsten Rolle, Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik, BDI - Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
Sebastian Lechner, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied, LBT - Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen e. V.
Dr. Jörg Rothermel, Leiter der Abteilung Energie, Klimaschutz und Rohstoffe, VCI - Verband der Chemischen Industrie e. V.
Alfred Enderle, Präsident des Bezirksverbandes Schwaben, Bayerischer Bauernverband e. V.

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Ansprechpartner
Ansprechpartner

Christian Kass

Energie, Klima

+49 (0)89-551 78-249
Christian Kass

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